Verbraucherschutzministerium warnt vor Preiskampf bei Lebensmitteln

Gefährdete Lebensmittelqualität

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz warnt die großen Lebensmittelketten davor, durch einen Preiskampf mit Billigprodukten die ordnungsgemäße Erzeugung in der Landwirtschaft zu gefährden. Der Parlamentarische Staatssekretär Gerald Thalheim (SPD) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", ein Jahr nach Beginn der BSE-Krise seien die guten Ansätze zum Teil wieder vergessen. Der nächste Skandal werde nicht auf sich warten lassen, wenn künftig wieder nur der Preis und nicht Qualität und Sicherheit entscheidend seien. "Denn dann ist der wirtschaftliche Druck sehr groß, zu unerlaubten Mitteln zu greifen", betonte der Parlamentarische Staatssekretär.

Er beobachte beim Einzelhandel gerade mit der Euro-Einführung wieder die Neigung, in den alten Preiswettbewerb zu verfallen und dabei die Lebensmittel nicht auszunehmen, sagte Thalheim. Der Verbraucher solle sich im eigenen Interesse nicht durch Billigstangebote bei Milch, Fleisch und Eiern locken lassen. Je anonymer Herkunft und Transportwege seien, um so höher werde das Risiko.

Am Vortag hatte bereits der Deutsche Bauernverband die Preisoffensive großer Lebensmitteldiscounter wie Aldi und Lidl kritisiert. Die mit der Einführung des Euro angekündigten Billigpreise konterkarierten die Politik von Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne), sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner. Künasts Ziel, dass Qualität wieder mehr kosten und mehr wert sein müsse, werde von der "Wirklichkeit des täglichen Lebens" überholt.