Umwelt- und Agrarverbände fordern Neuausrichtung der Fördersysteme

Förderung

Umwelt- und Agrarverbände fordern eine Neuausrichtung der Agrarpolitik der Europäischen Union. Die bisherigen EU-Programme seien nicht dazu geeignet, die Probleme des Umweltschutzes im Agrarbereich zu lösen, sagte der Direktor der Stiftung Euronatur, Lutz Ribbe. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, verwies auf Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft, beispielsweise durch den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, kritisierte, dass derzeit 80 Prozent des EU-Agrarhaushalts in Höhe von 40 Milliarden Mark an 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe gehen, nämlich an Agrargroßbetriebe.

In einer gemeinsamen Plattform machen die Verbände Vorschläge für eine grundlegende Umgestaltung der Fördersysteme. Anstelle der bisherigen Tier- und Flächenprämien, mit denen nur bestimmte Anbaukulturen und Tierarten erfasst würden, sollte den Landwirten eine Grundprämie gewährt werden. Diese müsste an ökologische und soziale Kriterien gebunden werden. Darüber hinaus plädieren die Verbände für die stärkere Förderung der ländlichen Räume als zweite Säule der Agrarpolitik. Dafür werden derzeit lediglich zehn Prozent der EU-Agrarmittel aufgewendet.

Die gemeinsame Plattform wurde vom Umweltbundesamt finanziell gefördert. Ziel war es, die Anliegen von Verbänden aus Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft, Tierschutz sowie Verbraucherschutz unter einem Dach zusammenzufassen und konzertiert auf europäischer Ebene vorzubringen, betonte Troge.