Entlassungen und Lohnkürzungen beim Rüsselsheimer Autohersteller geplant

Opel bleibt in den roten Zahlen

Der krisengeschüttelte Rüsselsheimer Autobauer Opel legt heute in Frankfurt am Main seine Zahlen fürs Geschäftsjahr 2001 vor. Branchenexperten erwarten erneut drastische Verluste. Das Minus beim operativen Geschäft könnte danach noch größer ausfallen als im Vorjahr. 1999 hatte der Konzern einen Verlust von 982 Millionen Mark (502 Millionen Euro) eingefahren. Opel-Chef Hendry warf daraufhin im Frühjahr 2001 das Handtuch. Sein Nachfolger Forster steuert seither einen harten Sanierungs- und Umstrukturierungskurs, um bis 2003 mindestens zwei Milliarden Euro einzusparen und den Konzern wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Forsters erklärtes Ziel, den Vorjahresverlust 2001 zu unterschreiten, ist inzwischen mehrfach angezweifelt worden. Medienberichten zufolge soll das Minus im operativen Geschäft gar bei 680 Millionen Euro liegen, das wäre der höchste Betriebsverlust der Unternehmensgeschichte. Um die Kosten zusätzlich um einen dreistelligen Millionenbetrag zu senken, plant Forster für 2002 Zeitungsberichten zufolge nun zusätzlich eine Gehalts-Nullrunde, den Wegfall des dreizehnten Monatsgehaltes, eine drastische Kürzung bei den Investitionen und das Vorziehen von geplanten Stellenstreichungen.

Die Betriebsräte haben bereits Widerstand gegen die verschärften Sparpläne angekündigt. Vor einigen Monaten hatte Forster sein nach dem erfolgreichen Opel-Modell früherer Jahre benanntes Sanierungsprogramm "Olympia" präsentiert. Kernpunkte sind die europaweite Kürzung der Fertigungskapazitäten um rund 15 Prozent oder gut 300.000 Fahrzeuge pro Jahr, eine Modelloffensive und rund 2500 Stellenstreichungen bis 2003. Diese Maßnahmen reichen angesichts der Absatzkrise nun offenbar nicht mehr aus.