Greenpeace fährt lieber zum Gegengipfel

Weltwirtschaftsforum in New York

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wird das Weltwirtschaftsforum (WEF) vom 31. Januar bis 4. Februar in New York boykottieren. Der Gipfel, zu dem mehr als 2500 Spitzenpolitiker und Konzernchefs erwartet werden, sei eine "reine Bluff-Veranstaltung" kritisiert Remi Parmentier, politischer Direktor von Greenpeace International in der neuen Ausgabe des Hamburger Magazins stern. Für den deutschen Gründer und Präsidenten des WEF, Klaus Schwab, bedeutet der Greenpeace-Boykott einen schweren Schlag, weil er Kritik am elitären Anspruch seines Forums stets damit konterte, dass auch Nicht-Regierungsorganisatonen (NGO) eine wichtige Rolle spielten.

Greenpeace-Chef Gerd Leipold will statt nach New York nun nach Brasilien fahren und am World Social Forum (WSF) teilnehmen. Zu der Gegenveranstaltung "Eine andere Welt ist möglich" zum gleichen Zeitpunkt in Porto Alegre werden mehr als 50 000 Teilnehmer erwartet. Globalisierungsgegner wie Attac begrüßen den Boykott. Attac hatte Greenpeace bisher vorgeworfen, sich als Feigenblatt missbrauchen zu lassen. "In Davos wird ein Dialog inszeniert, bei dem man vorgaukelt, die Welt zu verbessern", sagt Peter Streckeisen, Sprecher von Attac Schweiz. Statt dessen werde die ungerechte Weltwirtschaftsordnung zementiert.