Verkehr und Massentierhaltung Hauptschuldige am Waldsterben

Robin Wood

Die Umweltorganisation Robin Wood stellt anlässlich des aktuellen Waldschadensberichts fest: „Stickstoffemissionen, die den Wäldern in Mitteleuropa am stärksten zusetzen, stammen zur Hälfte aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion. Diese Tatsache ist von der Bundesregierung bisher vertuscht worden. Aber auch die für die Wälder zuständige Verbraucherschutzministerin Künast hat den Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Waldsterben bislang nicht in den Vordergrund gerückt. Dabei wäre dies ein weiteres starkes Argument für die dringende Ökologisierung der Landwirtschaft.“

Im aktuellen Waldschadensbericht wird festgestellt, dass knapp zwei Drittel (64 %) der deutschen Wälder erkennbare Schäden aufweisen. Damit geht es dem Wald weiterhin erheblich schlechter als in den 80er Jahren, als das Thema Waldsterben noch in aller Munde war. Im waldreichen Süddeutschland haben die deutlichen Schädigungen in den Baumkronen im Vergleich zum Vorjahr noch weiter zugenommen, in Baden-Württemberg sogar um zehn Prozentpunkte, resümiert Robin Wood.

Nachdem der Schwefelausstoß in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich reduziert wurde, sind die Stickstoffemissionen zum Hauptfaktor geworden, der das Waldökosystem an den Rand des Kollapses bringt. Die Landwirtschaft trägt mit 48 Prozent sehr viel mehr Stickstoff in die Atmosphäre als der Verkehrsbereich mit knapp 32 Prozent. ROBIN WOOD fordert daher die Ministerin Künast auf, die mittlerweile stagnierende Ökologisierung der Landwirtschaft auch mit dem Argument ,Waldsterben' vorwärts zu bringen.

"Doch auch wenn es längst an der Zeit ist, die fatale Rolle der Landwirtschaft beim Waldsterben zu verdeutlichen, der Verkehrsbereich ist damit keineswegs aus der Schusslinie", so Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "Denn neben den Stickstoffemissionen sind die Abgase aus dem Straßenverkehr auch noch hauptverantwortlich für die allsommerlich hohen Ozonwerte, die ebenfalls den Baumkronen stark zusetzen. Ganz zu schweigen von dem hohen verkehrsbedingten Kohlendioxidausstoß, der der Klimakatastrophe erheblichen Vorschub leistet."