Greenpeace: Regierung soll Pipeline-Kredit der WestLB stoppen

Urwaldschutz

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, im Streit um die Finanzierung einer Öl-Pipeline politischen Druck auf die nordrhein-westfälische Landesregierung auszuüben. Der Konflikt um das Pipeline-Projekt der WestLB müsse dringend gelöst werden, sagt Martin Kaiser, Greenpeace-Waldexperte. Wenn man der landeseigenen WestLB nicht einen Riegel vorschiebe, würde mit öffentlichen Geldern das Herzstück des Regenwaldes in Ecuador zerstört. Die Bundesregierung solle hier zeigen, wie ernst es ihr mit dem Urwaldschutz sei, so Kaiser. Darüber hinaus fordert die Umweltorganisation, dass sich die Bundesregierung auf dem im April stattfindenden Urwaldgipfel für internationale Urwald- Schutzgebiete stark macht.

Die WestLB will eine Öl-Pipeline finanzieren, die von der Pazifikküste im Westen Ecuadors quer durch unberührte Regenwälder bis ins Amazonasbecken verlaufen soll. Schon durch den Bau sind viele Tiere wie Kolibris und Jaguare in ihrem Lebensraum bedroht, weil riesige Schneisen für Baufahrzeuge angelegt werden müssten. Hinzu kommt das Risiko von Ölunfällen, da ein hochsensibles Ökosystem wie der Regenwald einen Ölunfall nicht verkraften könnte.

Auf dem internationalen Urwaldgipfel, der so genannten Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die Biologische Vielfalt (COP-6 CBD) im April in Den Haag soll ein Waldprogramm verabschiedet werden, auf dessen Gestaltung die Bundesregierung starken Einfluss hat. Wichtig ist vor allem, dass darin ein vorläufiges Holzeinschlag-Verbot verhängt wird. Dieses soll so lange gelten, bis Schutzgebiete ausgewiesen sind, in denen kein Baum mehr gefällt werden darf, und Waldgebiete bestimmt werden, die ökologisch und sozial bewirtschaftet werden.

Greenpeace schlägt die Einrichtung eines internationalen Urwaldfonds vor, in den die Industrieländer innerhalb der nächsten zehn Jahre jährlich 17 Milliarden Euro einzahlen. Der deutsche Anteil wuerde bei 1,7 Milliarden Euro jährlich liegen. Die Zahlen basieren auch auf Schätzungen des Wissenschaftlichen Beirates fuer Globale Umweltfragen.