Ökologische Landwirtschaft gegen Welthunger

Greenpeace-Studie

Ökologische Landwirtschaft spielt bei der Bekämpfung des Welthungers eine tragende Rolle. Dies belegt die neue von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie "The Real Green Revolution" des Wissenschaftlers Nick Parrott von der Cardiff University in Grossbritannien. Demnach werden schon heute in vielen Entwicklungsländern mit ökologischer Landwirtschaft Erträge erzielt, die weit über denen aus der herkömmlichen Landwirtschaft liegen. Vor allem in Gebieten, in denen die Felder unter schwierigen Bedingungen aber ohne Chemikalien oder Gentechnik bewirtschaftet werden, verzeichnen die Bauern enorme Ernteerfolge.

Die Studie, die Greenpeace heute gemeinsam mit IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) auf der internationalen Messe für Naturkost in Nuernberg veröffentlichte, wurde Landwirtschaftsministerin Künast persönlich übergeben. Dabei warnte Greenpeace vor der Gefahr, dass grosse Agrarkonzerne mit Patenten auf Pflanzen und Saatgut den Bauern die landwirtschaftliche Produktion zunehmend diktieren und forderte, besonders in den Entwicklungsländern die ökologische Landwirtschaft finanziell zu fördern.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung belege die Studie, dass ökologische Landwirtschaft auch in den Entwicklungsländern sehr gut funktioniere, erklärte Oliver Knowles, Sprecher von Greenpeace England. Deshalb müsse Greenpeace umso mehr dem Trend entgegenwirken, dass weltweit operierende Konzerne die Agrarmärkte beherrschten.

Die Studie nennt zahlreiche Beispiele, die den Erfolg der ökologischen Landwirtschaft in Entwicklungsländern belegt. So falle die Baumwollernte der Bauern in Madhya Pradesh/ Indien durchschnittlich um 20 Prozent höher aus, als die ihrer Nachbarn mit konventionellem Baumwollanbau. In Madagaskar liess sich die Reisernte aus dem Anbau mit ökologischen Methoden der SRI (System of Rice Intensification) sogar verdoppeln.

Weltweit wird mehr als ein Viertel des Bodens landwirtschaftlich genutzt. Doch in den vergangenen 50 Jahren degradierten zwei Drittel dieser Fläche durch Erosion, Versalzung und Nährstoffabbau. Massgeblich dazu beigetragen habe, so Greenpeace, die von den Agrarkonzernen propagierte "Grüne Revolution". Diese solle die Hungersnot in den Entwicklungsländern durch Hochertragssorten, Kunstdünger, Pestiziden und neuerdings durch den Einsatz von Gentechnik bekämpfen.