Rau warnt USA vor einsamen Militäreinsätzen

Terrorbekämpfung

Bundespräsident Johannes Rau warnt die USA vor einem Alleingang bei militärischen Einsätzen im Kampf gegen den Terrorismus. Rau sagte am Mittwoch bei einer Rede in Detroit, "der Erfolg künftigen Handelns - wirtschaftlich wie politisch - liegt nicht in Abschottung oder in einer Politik einsamer Entschlüsse". Gerade der Einsatz militärischer Mittel müsse weltweit akzeptiert sein, wenn er nachhaltig sein solle. Globalisierung bedeute nicht, dass "der Starke am mächtigsten allein" sei. Die Partner müssten bereit sein, miteinander zu sprechen und aufeinander zu hören.

Rau appellierte zugleich an die Anti-Terror-Allianz, im Kampf gegen den Terrorismus nicht nur auf militärische Mittel zu setzen. Die Politik der USA und seiner Partner sei immer dann besonders erfolgreich gewesen, wenn sie auch die Überzeugungskraft ihrer Konzepte und Ideen im Auge gehabt habe. Der Kampf gegen den Terror dürfe nicht nur als militärische Herausforderung begriffen werden. Die Auseinandersetzung müsse auch an der zivilen Front geführt werden. Notwendig sei eine weltweite Koalition gegen Hunger und Elend.

Der Bundespräsident sprach vor dem Economic Club Detroit zum Thema "Globalisierung und Transatlantische Partnerschaft". Rau betonte, die Globalisierung biete die großartige Möglichkeit, für alle Menschen mehr Wohlstand zu schaffen. Markt und Wettbewerb könnten dies aber nicht allein. Der Markt brauche einen Rahmen. Er müsse im Dienst der Freiheit und der Menschen stehen.