Weitere illegale Waffentechnik-Exporte in den Irak?

"Spiegel"-Bericht

Zwei weitere Firmen in Deutschland stehen nach einem Bericht des "Spiegel" im Verdacht, an illegalen Exporten in den Irak beteiligt zu sein. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin am Samstag vorab berichtete, habe die Staatsanwaltschaft Mannheim die Firmen durchsuchen lassen. Die Behörde ermittle gegen sechs Beschuldigte, darunter einen Heidelberger Rechtsanwalt und einen irakischen Geschäftsmann mit amerikanischem Pass. Dieser gelte gemeinsam mit einem seit vergangenem Oktober in Haft sitzenden Maschinenbauingenieur als Drahtzieher der Exporte.

Teilweise seien die illegalen Ausfuhren mit Hilfe einer kleinen Mannheimer Handelsfirma organisiert worden, die Partner im so genannten Oil-for-Food-Programm sei. Das Programm erlaubt es dem Irak, in engem Rahmen Öl zu exportieren und Nahrungsmittel einzuführen.

Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten Spezialbohrtechnik für die Herstellung der "al-Fao-Kanone" in den Irak verschoben haben, heißt es in dem Bericht. Zudem sollen dem Blatt zufolge über eigens gegründete Firmen in der Ukraine weitere Geschäfte abgewickelt worden sein, darunter die Lieferung von Bremsfallschirmen für irakische Kampfflugzeuge. Spuren führten jetzt auch nach Großbritannien und in die Schweiz.