Freigabe des kommerziellen Fangs läuft auf Hochtouren

Walfang

Diese Woche tagt in Auckland, Neuseeland, eine von der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus acht Ländern eingesetzte Arbeitsgruppe, um konträre Positionen zu einem Bewirtschaftungsverfahren für Wale (RMS) anzunähern. Ziel ist es, auf der vom 20. bis 24. Mai in Japan stattfindenden Jahrestagung der IWC die notwendige Dreiviertelmehrheit für die Verabschiedung des RMS zu finden. Die Organisationen Pro Wildlife und die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) warnen vor einem solchen Schritt, da dies die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs bedeuten würde.

Zahlreiche Mitgliedsstaaten der IWC, darunter auch solche, die selbst kein Interesse am Walfang haben, setzen sich für die Umsetzung des RMS ein, in der Annahme, die derzeitigen Walfangaktivitäten wieder unter Kontrolle zu bringen. "Eine Politik mit fatalen Folgen. Das Walfangverbot stellt den höchsten Schutz für die Meeresriesen dar.

Ein Bewirtschaftungsverfahren ermöglicht nicht nur weiteren Staaten, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, sondern ist auch kaum zu überprüfen", kontert Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS, und verweist darauf, dass die derzeitige Version des RMS weit hinter Standards z.B. anderer internationaler Fischerübereinkommen hinterherhinke. So weigerten sich u.a. Japan und Norwegen, internationale Beobachter auf alle Walfangschiffe zu lassen und ein internationales unabhängiges DNA-Register zu ermöglichen, das es ermöglicht, die Herkunft jedes Stück Walfleisches nachzuvollziehen.

Einig sind sich die beiden Verbände auch darin, dass Wale überhaupt nicht kommerziell bejagt werden dürfen, und sehen in der Einhaltung des Walfangmoratoriums die Hauptaufgabe der IWC-Mitgliedsstaaten. Kritisiert wird dabei heftig die Politik der japanischen Regierung, die darauf abzielt, sich das Abstimmverhalten von Staaten zu erkaufen, um somit eigene wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Es wird befürchtet, dass bei der nächsten IWC Tagung bereits einige neue Staaten das Stimmverhalten zugunsten der Walfangstaaten verschieben.

Neben seiner "Stimmenkauf" - Politik auf internationaler Ebene versucht Japan auch, Wale für die Überfischung der Meere verantwortlich zu machen. Pro Wildlife-Expertin Dr. Sandra Altherr erläutert: "Japan - nach China zweitgrößte Fischfangnation der Welt - trug mit seiner riesigen, hoch-technisierten Fischfangflotte erheblich zum Kollaps vieler Fischbestände bei. Der Versuch, den schwarzen Peter hierfür nun den Walen und Delfinen zuzuschieben, ist absurd."

Die Verbände sehen in der Umsetzung des Bewirtschaftungsverfahrens nicht nur eine Gefahr für die Zukunft der Wale, sondern auch eine Präzedenzfall für internationale Übereinkommen, der ausgerechnet die Nationen belohnt, die jahrelang die Beschlüsse der IWC ignoriert haben.