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Alarmierender Anstieg der Unterernährung in Afghanistan

Ärzte ohne Grenzen

Im Vertriebenenlager Mazlakh nahe der Stadt Herat im Westen Afghanistans nimmt die Zahl der Unterernährten alarmierend zu. Dies ist um so Besorgnis erregender, als es genügend Nahrungsmittel im Lager selbst gibt. Hierzu legte die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen eine neue Studie vor.

1.869 Kinder wurden durch die repräsentative Untersuchung erfasst. 26,4 Prozent der Kinder seien unterernährt, 6,6 Prozent sogar schwer unterernährt. Diese Werte seien nach Angaben von ÄRZTE OHNE GRENZEN insofern Besorgnis erregend, da die Unterernährungsrate bei den Neuankömmlingen im Lager Mazlakh unter zehn Prozent liege.

Rund 160.000 Menschen sind vor der Dürre und Unsicherheit in ihren Heimatregionen nach Mazlakh geflohen. In Mazlakh werden Nahrungsmittel für bis zu 300.000 Vertriebene zur Verfügung gestellt . Die Studie zeige, dass die Nahrungsmittel ungleich verteilt werden und die Bedürftigsten keinen Zugang dazu haben. Dies liege vor allem an der hohen Kriminalität, Korruption und den ethnischen Spannungen im Lager. So haben beispielsweise viele Menschen Angst, ihre Zelte zu verlassen, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Obwohl es in den Ernährungszentren von ÄRZTE OHNE GRENZEN eine Kapazität für mehr als 200 Kinder gebe, wurden bislang nur 80 Kinder aufgenommen. Der Studie zufolge erfüllen jedoch Hunderte die Aufnahmekritierien.

ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert, dass die Internationale Organisation für Migration, die UN-Organisationen sowie die lokalen Behörden ihre Bemühungen verstärken, den Vertriebenen in Mazlakh effektive Hilfe zukommen zu lassen. Da die Anzahl der unterernährten Menschen innerhalb des Lagers erschreckende Ausmaße annimmt, sollte zuerst das Sicherheitsproblem im Lager gelöst werden. Nur so können die Nahrungsmittel gerecht verteilt und die Bedürftigsten erreicht werden.

Das Beispiel Mazlakh zeige, dass trotz des internationalen Optimismus und der Millionen US-Dollar, die zum Wiederaufbau Afghanistans versprochen wurden, die Menschen immer noch dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen seien. Die internationale Hilfe muss sich neben dem Wiederaufbau des Staatsapparats und des Landes vor allem auf die akuten humanitären Bedürfnisse konzentrieren.

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