Schröder für Miteinander von Ökologie und traditionellem Landbau

Agrarwirtschaft

Bundeskanzler Gerhard Schröder setzt sich für ein Miteinander von ökologischem Landbau und konventioneller Landwirtschaft ein. Der Öko-Landbau könne die traditionelle Landwirtschaft nicht ersetzen, sagte der Kanzler auf einer Agrarkonferenz der SPD-Bundestagsfraktion. Ökologische Produktion habe nur einen Anteil von vier Prozent an der Gesamtagrarproduktion und 2,5 Prozent an der Fläche.

Es komme nicht darauf an, in welchem Agrarunternehmen die Produkte hergestellt würden, sondern unter welchen Bedingungen, sagte Schröder. Letztlich werde an der Ladentheke entschieden, ob der Verbraucher das Produkt kaufe. Es dürfe nichts drin sein, was nicht hineingehört.

Schröder stellte klar, dass der Begriff "Agrarfabriken" die Art und Weise der Produktion, jedoch nicht die Betriebsgröße betreffe. Jeder landwirtschaftliche Betrieb, der seine Futtermittel weitgehend selbst produziere, gelte für ihn nicht als Agrarfabrik, sondern als bäuerlicher Produzent.

Die ostdeutsche Landwirtschaft hält nach Einschätzung von Schröder mit ihrer Leistungsfähigkeit jedem internationalen Vergleich Stand. Sie sei auch für die Zukunft hervorragend positioniert. Der Strukturwandel habe sich hier in einem viel kürzeren Zeitraum vollzogen als im Westen. Der Anpassungsdruck sei höher gewesen. Die Leistungen der Menschen verdienten Respekt, betonte der Kanzler. Wegen der erhöhten Produktivität komme die Landwirtschaft mit immer weniger Arbeitskräften aus. Deshalb müssten neue Arbeitsplätze in Handwerk und Gewerbe, Tourismus und Naturschutz geschaffen werden.