Greenpeace-Aktion gegen Handel mit afrikanischem Urwaldholz

Urwaldabholzung

Seit Dienstag protestieren 70 Greenpeace-Aktivisten gegen den Handel mit Urwaldholz aus Zentral- und Westafrika auf dem Lagergelände der Holzhandelsfirma "Fritz Offermann" in Preussisch-Oldendorf (Nordrhein-Westfalen). Die Umweltschützer markieren Stämme mit dem Spruch "Dies war Urwald". Zehn Kletterer haben den Entladekran besetzt und ein 19 Meter langes Transparent mit der Forderung "Kein Holz aus Urwaldzerstörung!" entrollt.

Jeder sechste nach Deutschland importierte Stamm aus tropischen Urwäldern wird in dem Werk in Preussisch-Oldendorf zersägt. Greenpeace protestierte in den letzten Wochen bereits in fünf Häfen Europas, darunter auch in Hamburg, gegen den Import von Urwaldholz.

"Es ist ein Skandal, dass die letzten Urwälder zerstört werden und hier die Einfuhr des Holzes immer noch erlaubt ist", sagt Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer vor Ort. "Alle zwei Sekunden verschwinden Urwälder in der Grösse eines Fussballfeldes. Aber die deutsche Regierung hat bislang nichts unternommen, um das aufzuhalten. Auf dem Urwaldgipfel nächsten Monat müssen die Regierungen dafür sorgen, dass die Vernichtung der Urwälder endlich aufhört."

Vom 7. bis 19. April tagt in Den Haag die sechste Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (COP-6 CBD). Der Urwaldgipfel soll ein Zehnjahres-Programm zum Schutz der letzten Urwälder beschliessen. Greenpeace fordert von der Bundesregierung, sich auf der Konferenz für einen zeitlich befristeten Einschlagstopp in den Urwäldern einzusetzen. Er muss so lange gelten, bis geklärt ist, welche Urwälder als daürhafte Schutzgebiete zu erhalten sind und welche nach ökologischen Kriterien genutzt werden können.

"Wenn wir den Lebensraum von Schimpansen und Waldelefanten weiter zerstören, werden diese seltenen Tiere bald aussterben", warnt Pfotenhauer. Urwälder sind unersetzbarer Lebensraum von zwei Dritteln aller landlebenden Tier- und Pflanzenarten. Zudem spielen sie eine wichtige Rolle für das Klima, da sie grosse Mengen Kohlendioxid speichern.

"Statt mit Bäumen aus einmaligen Urwäldern zu handeln, sollten deutsche Händler auf Holz aus ökologischer Waldnutzung umsteigen", sagt Pfotenhauer. Die beste Garantie für Waldbewirtschaftung nach ökologisch und sozial nachhaltigen Kriterien bietet das Öko-Siegel FSC des Weltforstrates.