Atomtransport aus Krümmel aufgehalten

Atomkraft

Aktivisten der Umweltorganisation ROBIN WOOD ist es gelungen, im Hamburger Stadtteil Bergedorf den Zug mit Atommüll aus dem AKW Krümmel auf seinem Weg in die britische Plutoniumfabrik Sellafield zu blockieren. Mit ihrer Aktion wollten die Umweltschützer auf die Gefahren des Transports aufmerksam machen und demonstrierten für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke. Der Zug mit den drei Risikobehältern des Typs NTL 11 aus Krümmel soll mit weiteren Behältern aus den Atomkraftwerken Brokdorf, Grohnde und Neckarwestheim zusammen gekoppelt werden, bevor er die französische Grenze passieren wird.

Der Zug wurde zwischen Escheburg und Bergedorf aufgehalten. Dort haben sich vier ROBIN WOOD-Aktivistinnen mit Hilfe eines Stahlrohres an das Bahngleis gekettet. An derselben Stelle sind zwei weitere Mitglieder der Umweltorganisation auf ein zuvor aufgerichtetes Dreibein aus Gerüststangen geklettert und haben sich dort in vier Meter Höhe über dem Boden befestigt. Durch die Aktion verzögert sich die Weiterfahrt des Atommüll-Zuges bis auf weiteres.

ROBIN WOOD hat in den vergangenen Wochen die Aufsichtsbehörden und das Bundesamt für Strahlenschutz mehrfach dringend aufgefordert, den Transport abzusagen.

Die Hamburger Elektrizitätswerke seien kein zuverlässiger Betreiber, so ROBIN WOOD in seiner Begründung. So hat die HEW mit dem Störfall in Brunsbüttel vom Dezember vergangenen Jahres einen der schwersten Störfälle zu verantworten, der sich jemals in einem deutschen Atomkraftwerk ereignete.

Die Sicherheit der drei Behälter des Typs NTL 11, in denen die hochgiftige Fracht transportiert wird, sei nicht ausreichend geprüft. Der Behältertyp hätte 1998 mehrere Falltests nicht überstanden und hätte daher aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Jetzt werden die Behälter wieder eingesetzt, ohne zuvor realen Belastungstests unterzogen worden zu sein. Daher könne niemand voraussagen, ob die Behälter bei einem Unfall wirklich dicht blieben.

Bei ungünstigen Wetterverhältnissen würde die Bevölkerung im Radius von mehr als zehn Kilometern um die Unfallstelle verstrahlt. Tausende müssten umgesiedelt und das Stadtgebiet dekontaminiert werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Gruppe Ökologie Hannover im Auftrag der Stadt Hamburg erstellt hat.