Künftig Soziales oder Ökologisches Jahr statt Zivildienst möglich

Freiwilligendienste gefragt

Kriegsdienstverweigerer sollen künftig ihren Zivildienst auch im Rahmen des Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres absolvieren können. Der Bundestag gab am Freitag grünes Licht für ein Gesetz, mit dem das freiwillige Engagement junger Menschen im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich aufgewertet werden soll. Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) sagte, die Gesellschaft lebe vom freiwilligen Engagement der Bürger. "Allen Unkenrufen zum Trotz sind junge Menschen in hohem Maße bereit, sich freiwillig zu betätigen. Dieses Engagement wollen wir künftig durch verbesserte Rahmenbedingungen fördern."

Die Dauer eines Sozialen oder Ökologischen Jahrs wird flexibilisiert und beträgt künftig zwischen 6 und 18 Monaten, in der Regel ein Jahr. Ein Mindestalter gibt es nicht mehr, die volle Schulpflicht muss aber erfüllt sein. Damit wird der freiwillige Dienst für Haupt- und RealschülerInnen attraktiver. Einsatzgebiete der Helfer können künftig auch Bibliotheken und Museen oder Sportvereine sein. Auch Tätigkeiten im außereuropäischen Ausland werden anerkannt.

Bislang nutzten nach Angaben des Familienministeriums über 13 000 Jugendliche jährlich das Angebot. Das Gesetz muss noch durch den Bundesrat. Es soll im Juni, die Änderung im Zivildienstgesetz zum 1. August in Kraft treten. Allerdings könnte der Zivildienst ohnehin schnell ein Ende finden, wenn das Bundesverfassungsgericht die Wehrpflicht als verfassungswidrig erachtet. Eine Entscheidung ist noch vor dem 10. April geplant.

Im laufenden Haushalt stellt die Bundesregierung 16,5 Millionen Euro zur Förderung der Freiwilligendienste bereit. Dennoch sind die Freiwilligendienste völlig überlaufen. Auf eine einzige Stelle kommen in vielen Fällen zehn Bewerbungen, obwohl es nur ein geringes Taschengeld sowie Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung gibt.