Radarstrahlen-Opfer verklagen Verteidigungsministerium

Krieg üben ist gefährlich

An Krebs erkrankte Soldaten der Bundeswehr haben am Dienstag in Berlin das Verteidigungsministerium auf Schmerzensgeld und Rentenzahlungen verklagt. Es sei hinreichend bewiesen, dass die Krebsleiden der Soldaten auf ungenügend geschützte Radargeräte zurückzuführen seien, erklärten die mit dem Fall betrauten Anwälte in Berlin. Die Musterklage bezieht sich auf sechs an Krebs erkrankte Ex-Soldaten.

Die Anwaltskanzlei argumentiert, das Verteidigungsministerium habe seit Ende der 50er Jahre gewusst, dass aus Radargeräten Röntgenstrahlung ausgetreten sei, aber bis Mitte der 80er Jahre keine Schutzmaßnahmen ergriffen. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hatte Mitte vergangenen Jahres eine "großherzige" Hilfe für alle Radarstrahlen-Opfer angekündigt. Der Minister sei diese Hilfe aber bisher schuldig geblieben, kritisierten die Anwälte. Insgesamt vertritt die Berliner Anwaltskanzlei 773 Strahlenopfer, die in der Bundeswehr und der früheren NVA der DDR tätig waren.