ATTAC-Konferenz verabschiedet Heidelberger Erklärung

"Gesundheit ist keine Ware"

"Patienten sind wir alle - früher oder später", begrüßte Werner Rätz von Attac Deutschland die über 250 Aktivistinnen und Aktivisten, die am 20. April zur Aktionskonferenz "Gesundheit ist keine Ware" nach Heidelberg gekommen waren. Viele der Teilnehmer aus den Reihen von Gewerkschaften, Gesundheitsinitiativen und Attac-Gruppen waren passend und demonstrativ in Frottee-Bademänteln gekleidet - der typischen Kleidung der Klinikpatienten. "Wir werden die Gesundheitspolitik nicht länger den Lobbyisten überlassen, sondern uns als Patienten aktiv für den Erhalt eines solidarischen Gesundheitssystems einmischen", so Rätz weiter.

In acht Arbeitsgruppen wurden Erfahrungen über die bisherige Aktivitäten ausgetauscht und die weitergehende Planung diskutiert. Bei Vorstellung der Ergebnisse im Plenum wurde vereinbart, in den kommenden Monaten mit vereinigten Kräften für Alternativen zu den drohenden Einschnitten in der

Gesundheitssicherung zu kämpfen. Meilensteine des Protestes werden dabei ein bundesweiter Aktionstag am 15. Juni und eine Woche vor der Bundestagswahl am 14. September eine Großdemonstration in Köln sein.

Die trotz der komplizierten gesundheitspolitischen Lage gemeinsam formulierte und nach längerer Diskussion beschlossene "Heidelberger Erklärung" zeigt - hier nimmt eine breit getragene Kampagne Fahrt auf. "Gesundheit darf nicht vom Geldbeutel abhängen: Wir wollen, dass Privatisierung und Marktkonkurrenz im Gesundheitswesen gestoppt werden und eine demokratisch organisierte Gesundheitsversorgung für alle als öffentliche weltweite Aufgabe wahrgenommen wird", lautet die zentrale Forderung der Erklärung, die Grundlage für eine groß angelegte Unterschriftensammlung sein wird.