USA will nach afghanischem Muster gegen Irak vorgehen

Geheimtreffen in Deutschland

Bei einem Geheimtreffen in Deutschland haben US-Abgesandte und Vertreter der irakischen Oppositionskräfte konkrete Schritte gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein aufeinander abgestimmt, so CIA-Kreise. Dabei sei ein Vorgehen gegen Hussein nach "afghanischem Muster" verabredet worden, erläuterte ein US-Experte.

Die Kurden im Nordirak und die Schiiten im Süden des Zweistromlandes, mit Hussein stark verfeindet, sollen die Angriffsrolle am Boden übernehmen. Washington könne wegen des "waffenstarrenden Irak" zuerst keinen Bodenangriff gegen Saddam wagen. Der US-Plan sehe weiter wie in Afghanistan aus. Es seien wochenlange Bombardements der US-Luftwaffe zur Unterstützung der aufständischen Kurden und Schiiten geplant. Erst danach sollen US-Elitetruppen eingreifen.

Der dreitägige Gedankenaustausch zwischen dem früheren stellvertretenden Sicherheitsberater für Terrorabwehr im US-Präsidialamt, Wayne Downing, und den Kurdenführern Massud Barsani und Dschalal Talabani, habe offiziell nicht in Deutschland stattgefunden. Von Regierungsseite in Berlin hieß es lediglich, es habe Zwischenlandungen auf dem internationalen Luftdrehkreuz Bundesrepublik gegeben. Familiäre Gründe hätten eine Rolle gespielt. Hintergrund der strikten Geheimhaltung: Deutschland fürchtet die Rache Saddam Husseins, dem engste Verbindungen zum Terrornetzwerk von Osama Bin Laden nachgesagt werden.

Ein Angriff auf den Irak, der allgemein in der westlichen und arabischen Welt inzwischen abgelehnt wird, werde "mit Sicherheit nicht mehr in diesem Jahr" stattfinden, war nach dem Treffen von einem US-Geheimdienstmann zu erfahren.

Der Amerikaner verwies darauf, dass die US-Streitkräfte in aller Stille im Scheichtum Katar eine moderne Militärbasis aufbauten, von der wohl der Angriff ausgehen werde.

Nach amerikanischen Presseberichten will die US-Armee mit 250 000 Soldaten aufmarschieren. Wie hoch der britische Anteil an der Streitmacht sein wird, ist noch nicht bekannt.

Der erste Golfkrieg der westlichen Allianz gegen den Irak dauerte im Jahre 1991 über 200 Tage. Danach waren das Kurdengebiet im Nordirak und das Siedlungsgebiet der Schiiten im Südirak von den Golfkriegsalliierten zu Schutzzonen erklärt worden. Ständig werden sie von britischen und amerikanischen Militärjets zur Absicherung gegen Saddam Hussein überflogen. Die alliierten Kampfflugzeuge sichern das Überleben der irakischen Opposition.