headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Jeder siebte Unternehmer hat bereits einmal bestochen

Korruption in Deutschland verbreitet

Korruption ist in der deutschen Wirtschaft offenbar weitaus stärker verbreitet als bislang angenommen: Jeder siebte deutsche Firmenchef hat bereits einmal einen potenziellen Auftraggeber bestochen. Dies ergab eine anonyme Umfrage unter 500 bundesweit repräsentativ ausgewählten Unternehmern, die das Berliner Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von "impulse" durchführte. Hochgerechnet haben sich damit rund 150.000 Unternehmer der Korruption schuldig gemacht. Für viele scheint Bestechung aber ein notwendiges Übel, um an Aufträge zu kommen. So bestätigten insgesamt 54 Prozent der Befragten, schon einmal einen Auftrag verloren zu haben, weil sie kein Schmiergeld zahlten. Bei mehr als der Hälfte von ihnen sei das sogar schon häufiger der Fall gewesen.

Bei den Unternehmern, die schon einmal bestochen hatten, waren die Nutznießer dieser Vorteilsgewährung mit einem Anteil von 59 Prozent mehrheitlich private Auftraggeber, 29 Prozent der Geld- und Sachleistungen flossen an öffentliche Auftraggeber, bei zwölf Prozent an beide Gruppen.

Was die Höhe der gezahlten Schmiergelder angeht, scheinen einige Unternehmer doch recht großzügig zu sein: Laut "impulse"-Umfrage hatten 25 Prozent als höchste Bestechungssumme bis zu 5.000 Euro gezahlt, drei Prozent sogar mehr als 5.000 Euro. Weitere 28 Prozent zahlten bis zu 500 Euro. Das wahre Ausmaß bleibt aber im Dunkeln, da sich 44 Prozent weigerten, zur Höhe der Bestechungssumme Angaben zu machen.

Dabei sind sich die Unternehmer der Unrechtmäßigkeit ihres Handelns durchaus bewusst: Wie die Umfrage zeigt, fängt die Korruption für 62 Prozent bereits bei jeglicher Sach- oder Geldleistung an. Nur für 16 Prozent beginnt Korruption erst ab einer Zahlung von mehr als 1.000 Euro. Um die Chancengleichheit zu wahren, plädieren 84 Prozent der Firmenchefs für eine Verschärfung der Gesetze gegen Korruption. Insgesamt 90 Prozent sprechen sich bei ertappten Korruptionssündern auch für einen zeitweisen (55 Prozent) bzw. dauerhaften Ausschluss (35 Prozent) bei der Vergabe öffentlicher Aufträge aus.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!