Künast fordert Verhaltenskodex gegen Welthunger

Vertrag zur Armutsbekämpfung unterzeichnet

Die Bundesregierung stockt die Entwicklungshilfe für ländliche Gebiete in den ärmsten Regionen der Welt auf. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) unterzeichnete am Mittwoch in Berlin mit der Welternährungsorganisation FAO einen Rahmenvertrag, der Hilfsprojekte für eine bessere Lebensmittelproduktion und -verteilung außerhalb von Städten vorsieht. Dazu gehört auch die Verteilung von Saatgut in Afghanistan, um die Getreideproduktion in dem von Bürgerkriegen erschütterten Land aufzubauen. Künast bekräftigte ihre Forderung nach einem internationalen "Verhaltens-Kodex" gegen den Welthunger. Dieser solle ethische Richtlinien zur Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung festschreiben und die eigene Lebensmittelproduktion in den armen Ländern schützen.

Ein solcher Kodex werde auch Thema auf dem Welternährungsgipfel sein, der vom 10. bis 13. Juni in Rom stattfinden soll. Im Rahmen des Abkommens werde ein Treuhandfonds eingerichtet, in den die Bundesregierung neben ihren regulären Mitgliedsbeiträgen weitere Summen zur Unterstützung einzelner Projekte zahlen soll. Für dieses Jahr stehen Künast zufolge 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gelder für die Projekte kommen aus dem Topf zur Förderung von Anti-Terror-Maßnahmen, der nach dem 11. September eingerichtet wurde.

Die Bilanz zur Reduzierung des Welthungers sei bislang "ernüchternd", da ohne weitere Anstrengungen die UN-Mitgliedsländer ihrem Ziel, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Hungernden von derzeit rund 815 Millionen Menschen zu halbieren, nicht nachkommen könnten.