Meeresschutzzonen stellen Artenvielfalt in wenigen Jahren wieder her

Auch die Fischerei profitiert

Amerikanische Meeresbiologen haben bewiesen, dass sich Meereschutzzonen schneller wieder besiedeln als bisher angenommen. In den "No-Take"-Gebieten wuchs die Zahl an Arten innerhalb von drei Jahren wieder an. Die Forscher untersuchten 80 Meereschutzgebiete und berichteten über ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Ecology Letters".

Die Errichtung der "No-Take"-Schutzgebiete untersagt jegliche Entnahme von lebenden Organismen für einen gewissen Zeitraum. Nach den Untersuchungen der beiden Forscher Ben Halpern und Robert Warner von der University of Santa Barbara erholt sich in diesen Schutzzonen die gesamte Gewässer-Ökologie. "Der Anstieg der Biomasse war nicht nur in relativ kurzen Zeiträumen erkennbar, sondern blieb auch noch länger erhalten", so der Wissenschaftler. Innerhalb weniger Jahre bemerkten die Forscher einen Anstieg der Fische und Wirbellosen um bis zu 50 Prozent. Verändert hatte sich auch die Körpergröße der Tiere. Diese waren in den Schutzzonen teilweise um bis zu 30 Prozent größer.

Die Forscher untersuchten auch mehrere Gebiete, die seit mehreren Jahrzehnten unter Schutz gestellt wurden. Dort war immer noch eine vielfältigere und dichtere Biomasse zu beobachten. Dies war im kanadischen Vancouver und im Exuma-Sund vor den Bahamas der Fall. Die Wissenschaftler wollten damit zeigen, dass durch die Schaffung solcher Schutzzonen auch die Fischerei profitiert: in den Schutzgebieten darf zwar nicht gefischt werden, doch war ein Anstieg der Arten auch in den Gewässern rund um die Schutzgebiete festzustellen. Die Wissenschaftler fordern daher eine Schaffung von erweiterten Schutzzonen. "Der positive Effekt stellt sich bereits nach kurzer Zeit ein. Das können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen", so Halpern.