Künast plant "Anti-Teuro-Gipfel"

Abzock-Verbot "verpennt"

Wegen überhöhter Preise im Handel und im Gaststättengewerbe beruft Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) einen "Anti-Teuro-Gipfel" ein. Die Ministerin sagte am Freitag in Berlin, die Verbraucher ärgerten sich zu Recht, dass der Handel "hier und da unverschämte Preise" verlange. Sie selbst habe bei einem T-Shirt-Kauf diese Erfahrung gemacht. Nun müsse überlegt werden, wie die "schwarzen Schafe" identifiziert und zu einer Umkehr gebracht werden könnten.

Künast geht davon aus, dass der Handel von sich aus an einer teilweisen Preissenkung interessiert sei. Denn durch die Preissteigerung sei bei den Verbrauchern eine Kaufzurückhaltung entstanden, die alle Unternehmen treffe. Deshalb habe auch die Wirtschaft ein Interesse, die Preise wieder "runterzurechnen".

Die Ministerin kritisierte zugleich Versäumnisse bei der Umstellung auf den Euro. Es sei "falsch" gewesen, bei der Währungsumstellung auf eine Selbstverpflichtung des Handels zu setzen, die Preise nicht anzuheben. Sie hätte dies "so nicht gemacht". Eine gesetzliche Regel oder Sanktionen beim Verstoß gegen die freiwillige Bindung, wie dies andere europäische Länder beschlossen, sei in Deutschland "verpennt" worden, kritisierte Künast.