Sex ohne Rücksicht auf Religion

Umfrage

Die Mehrheit der Deutschen richtet sich in ihrem Sexualleben nicht nach religiösen Vorschriften. Normen wie das Fortpflanzungsgebot oder das Verbot von Selbstbefriedigung und Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe sind nach einer Umfrage der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft der Universität Landau nur noch für 21 Prozent von Bedeutung. Die große Mehrheit halte diese Vorschriften hingegen für überholt, wie die am Dienstag veröffentlichte Studie ergab.

Am stärksten ist der Einfluss religiöser Normen den Angaben zufolge noch bei den über 60-Jährigen (32 Prozent). Unterschiede werden zudem bei einem Vergleich der Ergebnisse zwischen den Bundesländern deutlich. So wurde in den alten Ländern eine Einflussnahme sexueller Vorschriften am häufigsten in Schleswig-Holstein (46 Prozent) und Baden-Württemberg (36 Prozent) bejaht, am seltensten in Rheinland-Pfalz (13 Prozent). In den neuen Bundesländern liegt die Rate zwischen 19 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und nur 3 Prozent in Brandenburg.

Die Wissenschaftler hatten mehr als 2400 Männer und Frauen befragt.