Esso soll sich Klima-Verantwortung stellen

Aktion gegen Ölmulti

Anlässlich der diesjährigen Jahreshauptversammlung von ExxonMobil in Dallas (USA) protestierten am Mittwoch 30 Greenpeace-Aktivisten vor der europäischen Esso-Zentrale in Hamburg. Mehrere Aktivisten kletterten in den frühen Morgenstunden auf das Dach des zehnstöckigen Hauses und ersetzten die beiden "S" im Logo des Konzerns durch Dollarzeichen. Zudem zeigten die Aktivisten Bilder über die ökologischen Folgen der Erdölförderung und entrollten ein Transparent mit der Aufschrift: "Esso: Maximaler Profit, Null Verantwortung". Greenpeace wirft dem weltgrößten Konzern ExxonMobil vor, Milliardengewinne aus dem Ölgeschäft auf Kosten der Umwelt zu erwirtschaften. Im Jahr 2001 erzielte ExxonMobil einen Gewinn von 15 Milliarden Dollar. Trotzdem weigere sich der Ölmulti, auch nur einen Dollar in zukunftsfähige Energien zu investieren.

"Ob unter dem Namen Exxon, Esso oder Mobil - diese Ölgesellschaft zerstört die Umwelt ohne Rücksicht auf Verluste und sabotiert den Klimaschutz", sagte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. So werde durch die Erdölgewinnung auf der russischen Insel Sakhalin der Lebensraum der letzten Grauwale bedroht, in Kamerun werde für eine Ölpipeline eine Schneise durch den Urwald geschlagen. ExxonMobil untergrabe zudem systematisch alle Anstrengungen, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen. Die Lobbyarbeit des Multis trage maßgeblich dazu bei, dass die Bush-Regierung das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert. Exxons Einfluss reiche sogar soweit, dass der renommierte Klimawissenschaftler Dr. Robert Watson seinen Vorsitz beim internationalen Klimagremium (IPCC) verlor.

"10 Jahre nach Rio geht der rücksichtslose Raubbau an unseren Rohstoffen ungebremst weiter", konstatiert Smid. "Wir erwarten vom Treffen der internationalen Staatengemeinschaft in Johannesburg, dass den global operierenden Ölmultis mit strikten Regeln ein Riegel vorgeschoben wird. Diese Konzerne müssen ökologische und soziale Verantwortung übernehmen, in erneuerbare Energien investieren und sich eindeutig zum Klimaschutz bekennen."

Greenpeace-Kampagnen gegen ExxonMobil laufen zur Zeit weltweit in den USA, Kanada, England und Australien. Erst letzte Woche hatte Greenpeace eine Raffinerie in Frankreich für über 12 Stunden blockiert. ExxonMobil ist weltweit der größte Konzern. Allein im letzten Jahr machte der Ölmulti mit seinen Geschäften einen Umsatz von 213 Milliarden Dollar.