Ersatzkassen warnen vor "Teilprivatisierung von Krankheitsrisiken"

CDU-Vorschlag

Die Ersatzkassen wenden sich vehement gegen Vorschläge der Union, den Versicherten im Gesundheitswesen mehr Wahlmöglichkeiten einzuräumen. Der einheitliche Leistungsrahmen der gesetzlichen Krankenkassen müsse unbedingt erhalten bleiben, forderte die Vorsitzende des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), Margret Mönig-Raane, am Mittwoch in Berlin. Die Umverteilung nach Einkommen, Alter und Familienstand habe sich bewährt. Eine "Teilprivatisierung von Krankheitsrisiken" komme für die Ersatzkassen nicht in Frage.

"Wenn Gesunde Leistungen abwählen, bleiben die Ausgaben für Kranke konstant, es fehlt dann aber eine wesentliche Finanzierungsgrundlage", sagte Mönig-Raane. Die Folge seien höhere Beiträge für alle. Zudem würden sich immer mehr Gesunde aus dem solidarischen System verabschieden. "Dies wäre eine perverse Spirale", warnte sie.

Der Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassen-Verbandes, Herbert Rebscher, bezeichnete einen einheitlichen Leistungskatalog als "konstitutiv" für den Sozialstaat. Rebscher warnte ebenfalls davor, dass künftig junge und gesunde Versicherte bestimmte Leistungen abwählten, im höheren Alter aber in die volle Absicherung zurückkämen.