Regierungen verpflichten sich auf Menschenrechte

Welternährungsgipfel in Rom

Nach langem Ringen habe sich die Regierungsvertreter der FAO-Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Ein Fortschritt bei der Hungerbekämpfung ist insbesondere von einer stärkeren Berücksichtigung des Rechts auf Nahrung in der Politik der Weltorganisation für Ernährung und Landwirtschaft zu erwarten. "Endlich haben die Regierungen die UN-Organisation auf eine menschenrechtliche Ausrichtung der Bekämpfung des Hungers verpflichtet. Damit muss in Zukunft die Perspektive der Betroffenen ins Zentrum der Politik gerückt werden." sagte Michael Windfuhr, Exekutivdirektor von FIAN International, am Rande der Konferenz der FAO.

"Die Selbstverpflichtung der Regierungen auf das Recht auf Nahrung bedeutet einen Durchbruch. Nach der erschreckenden Bilanz der Hungerbekämpfung seit 1996 ist die Grundlage für eine neue Qualität in der Debatte gelegt", so Windfuhr weiter. 1996 hatten sich die Regierungen auf eine Reduzierungen der Zahl der Hungernden bis 2015 gesteckt, das bei weitem verfehlt wurde. Nun hat "die Staatengemeinschaft" sich darauf geeinigt, eine freiwillige Richtlinie zum Recht auf Nahrung innerhalb von zwei Jahren vorzulegen. "Erstmals innerhalb der letzten Jahre hat sich die internationale Staatengemeinschaft gegen die Blockade der US-Regierung in der Menschenrechtspolitik durchgesetzt. Dies wird auch für die weitere Menschenrechtspolitik von Bedeutung sein."

Der Verabschiedung der Erklärung waren tagelange Auseinandersetzungen um einen Konsens vorausgegangen und ein Scheitern der Verhandlungen war lange in Sicht. Letztlich war die Delegation der Vereinigten Staaten offenbar alleine in ihrer Ablehnung der ausdrücklichen Betonung der Menschenrechte und konnte mit einer Kompromissformel überzeugt werden, berichteten Teilnehmer der deutschen Delegation.

FIAN ist eine internationale Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren. 1986 gegründet, sind bei FIAN (FoodFirst Informations- & Aktions- Netzwerk) heute in Deutschland mehr als 1.300 Menschen Mitglieder. In elf weiteren Staaten Asiens, Europas, Lateinamerikas und den USA gibt es FIAN-Sektionen.