Eurotoques-Präsident fordert Verwendung von Bioprodukten

Proteste gegen die Abschaffung der Speisewagen bei der Bahn

Mit einem "eat in" haben Verbraucherverbände gegen die Abschaffung der Speisewagen bei der Deutschen Bahn AG protestiert. Die Vorsitzenden des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), des Fahrgastverbandes Pro Bahn und der deutschen Slow Food-Bewegung besetzten am Freitag symbolisch eines der letzten noch verkehrenden ICE-Bord-Restaurants im ICE 793 auf der Strecke Berlin-Frankfurt am Main.

Die vier Organisationen und die Verbraucherzentralen starteten gleichzeitig eine bundesweite Postkartenaktion, mit der Verbraucher bei Bahn-Chef Mehdorn gegen die Pläne der Bahn protestieren können.

Mit der Abschaffung der Speisewagen verspiele die Bahn ohne Not schon zum zweiten Mal einen einzigartigen Vorteil des Zugfahrens gegenüber dem Flugzeug - bereits das neue Tarifsystem der Bahn mit dem Zwang zu möglichst frühzeitiger Ticketbuchung verbinde "die Nachteile des Fliegens mit den Nachteilen des Bahnfahrens."

Der Speisewagen sei gerade für Vielfahrer und Geschäftsreisende ein letzter Ort der Ruhe und der Besinnung in einem sich ständig beschleunigenden Tagesablauf. Als schwachen Trost bezeichnete Pestka die Absicht der Bahn, bei den verbleibenden Gastronomieangeboten mehr regionale und saisonale Produkte anzubieten.

Eurotoques-Präsident Ernst-Ulrich Schassberger forderte die Verantwortlichen der Bahn auf, nicht die Speisewagen abzuschaffen, sondern durch natürliche Lebensmittel das Angebot qualitativ aufzuwerten. "Im Speisewagen haben die Reisende die Möglichkeit, natürliche Lebensmittel ohne Stabilisatoren, ohne Zusatzstoffe und ohne Geschmacksverstärker serviert zu bekommen. Dies ist beim geplanten "Am-Platz-Service" nicht mehr möglich," so Schassberger. "Die Bahn tut ihren Reisenden nichts Gutes, sondern fördert dadurch die Allergien und die Diabetes."