Spekulationen um Freilassung Eisermanns

Kölner Müllspendenaffäre

Nach seinem umfassenden Geständnis in der Kölner Müllaffäre darf der frühere Geschäftsführer der Kölner Abfallentsorgungswirtschaft, Ulrich Eisermann, offenbar in naher Zukunft mit seiner Freilassung rechnen. Das berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Dienstag unter Berufung auf Justizkreise. Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt wollte dies zwar nicht kommentieren. Sie wies aber auf die umfassenden Aussagen Eisermanns sowie des ehemaligen Baumanagers Sigfrid Michelfelder hin, die zu den Verhaftungen von drei weiteren Schlüsselfiguren in der vergangenen Woche geführt haben.

Der Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens legte inzwischen über seinen Anwalt Beschwerde gegen die angeordnete Untersuchungshaft ein, wie Appenrodt bestätigte. Er war nach seiner Verhaftung vorsorglich in ein nordrhein-westfälisches Haftkrankenhaus verlegt worden. Trienekens leidet an einer Herzerkrankung.

Zum weiteren Verfahren erläuterte die Staatsanwaltschaft, man habe jetzt drei Tage Zeit, auf Trienekens Haftbeschwerde zu antworten. Gibt der zuständige Haftrichter dem Antrag des Beschuldigten statt, könnte Trienekens freigelassen werden. Andernfalls entscheidet eine Kammer beim Landgericht über die Haftbeschwerde. Von anderen möglichen Haftbeschwerden des ehemaligen Kölner SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Rüther oder des ehemaligen SPD-Politikers Karl Wienand war der Staatsanwaltschaft am Dienstag nichts bekannt.

Trienekens, Rüther und Wienand sollen wesentlich an den Schmiergeldzahlungen in Höhe von rund elf Millionen Euro beim Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage (MVA) beteiligt sein. Trienekens und Wienand wird Beihilfe zur Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Bei Rüther lautet der Vorwurf auf Beihilfe zur Bestechlichkeit.