Havarie im AKW Krümmel

Heruntergefahren

Das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Krümmel ist aufgrund eines technischen Defekts heruntergefahren worden. Das teilte das Kieler Energieministerium mit. Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers, der Hamburgischen Electricitätswerke AG, war an der Dichtung einer Entwässerungsleitung von etwa 2,5 Zentimetern Durchmesser ein Leck entstanden. Es seien aber keine radioaktiven Stoffe freigesetzt worden, sagte HEW-Sprecher Johannes Altmeppen. Das Herunterfahren wurde dem Ministerium zufolge in Abstimmung mit der Atomaufsicht eingeleitet.

Altmeppen zufolge ist der Austausch der Dichtung nur möglich, wenn Leitung und Sicherheitsbehälter nicht unter Druck stehen. Als Voraussetzung dazu müsse der Reaktor heruntergefahren werden. Im Gegensatz zu einem Vorfall im vergangenen Dezember im AKW Brunsbüttel handle es sich jedoch in diesem Fall nicht um eine Leitung, die an den radioaktiven Kreislauf des Reaktorsystems gekoppelt sei, betonte Altmeppen. Deshalb habe eigentlich keine Meldepflicht für die Leckage in Krümmel bestanden. Dennoch habe man die Aufsichtbehörde informiert. Altmeppen zufolge will HEW das Kraftwerk noch in der Nacht zum Samstag wieder hochfahren und ans Netz gehen lassen.