Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein

Radioaktivität bei Atomfabrik Hanau

Die Staatsanwaltschaft Hanau hat das Ermittlungsverfahren um angeblich radioaktive Kügelchen in der Umgebung der früheren Nuklearfabrik in Hanau eingestellt. Die umfangreichen Ermittlungen hätten keinen "Strafbarkeit begründenden Tatverdacht" ergeben, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Auch die Gesundheit der Bevölkerung sei nicht gefährdet gewesen, betonten die Ermittler unter Berufung auf einen Gutachter. Wie und wann das radioaktive Material in den Boden gelangt sei und woher es stamme, habe nicht sicher festgestellt werden können.

In Bodenproben vom Mai 2001 und vom Mai dieses Jahres seien "kugelförmige Partikel" gefunden worden, die einem "industriellen Fertigungsprozess" zuzuordnen seien, erklärte die Staatsanwaltschaft. Allerdings seien "keine überhöhten Werte" von Thorium und Uran festgestellt worden. Die Strahlung liege "im Bereich der natürlichen Belastung" oder darunter. "Die Herkunft der Partikel aus Fusionsexperimenten ist danach unwahrscheinlich", betonten die Ermittler. Nach dem Auffinden der Kügelchen war zunächst der Verdacht entstanden, sie stammten aus den ehemaligen Hanauer Nuklearbetrieben.

Die Staatsanwaltschaft schließt nach eigener Darstellung nicht aus, dass es sich bei den radioaktiven Partikeln um Verbrennungsrückstände handelt. Vergleichsproben aus dem Umfeld von Braunkohlekraftwerken hätten ähnliche Analysewerte gezeigt.