1550 Bundeswehr-Soldaten in Bosnien

UN entscheidet über Verlängerung des SFOR-Einsatzes

Am 18. November 1996 beschloss die NATO die Entsendung einer Friedenstruppe nach Bosnien. Diese so genannte Stabilisation Force (SFOR) sollte rund 30 000 Mann umfassen, darunter 3000 deutsche Soldaten. Am 12. Dezember 1996 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat das Mandat für die neue Friedenstruppe in Bosnien, einen Tag später stimmte der Bundestag der Entsendung von 3000 deutschen Soldaten zu. SFOR löste am 20. Dezember 1996 die Vorgängermission IFOR ab, die vorrangig zur Trennung der Konfliktparteien in den Balkanland eingesetzt war. Das erste SFOR-Mandat endete am 19. Juni 1998 und wurde seitdem mehrfach verlängert.

An dem NATO-geführten Einsatz beteiligen sich derzeit 19 000 Soldaten aus 33 Nationen. Damit sind an der multinationalen Friedenstruppe auch 16 Nicht-NATO-Staaten beteiligt, einschließlich Russland. Die Bundeswehr ist gegenwärtig mit 1550 Mann präsent. Neben der Konfliktverhütung liegt der Schwerpunkt von SFOR bei der Unterstützung des Wiederaufbaus von Bosnien-Herzegowina. Zudem unterstützen die Truppen das internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag mit der Festnahme mutmaßlicher Kriegsverbrecher und der Beweissicherung vor Ort.

Untergebracht sind die meisten deutschen Soldaten im Feldlager Rajlovac, das bereits im Jahre 1904 nahe der Hauptstadt Sarajevo als Kaserne für die Kavallerie des österreichisch-ungarischen Heeres erbaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier eine Luftwaffenschule der jugoslawischen Armee. Beim IFOR-Einsatz diente die stark beschädigte Einrichtung zunächst französischen Aufklärern, Infanteristen, Pionieren und Heersfliegern als Unterkunft, bevor im November 1996 das erste Vorauskommando der Bundeswehr Teile der Liegenschaft übernahm.

Neben der Bundeswehr nutzen heute französische, italienische, spanische sowie dem deutschen Heereskontingent unterstellte albanische Fallschirmjäger das Feldlager. Es hat eine Größe von 7,2 Quadratkilometern. Das entspricht umgerechnet etwa der Größe von 1400 Fußballfeldern. Sollte das UN-Mandat bis Mittwoch nicht verlängert werden, müssten alle operativen Tätigkeiten der Bundeswehr außerhalb der Kaserne eingestellt werden. Lediglich Maßnahmen zur Versorgung der Truppe wären noch zulässig.