Rücktrittsrecht bei Hotelreservierung

Bei privater Gruppenreise

Wer privat eine Reise organisiert und dazu Hotelzimmer in größerem Umfang vorab reserviert, muss der Herberge bei einer rechtzeitigen Absage die Ausfallkosten nicht erstatten. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm wies mit dem am Freitag veröffentlichten Urteil die Klage eines Hotels ab, das einen Pfarrer zur Zahlung von mehr als 10 700 Euro heranziehen wollte. Dieser hatte für eine Gruppenreise 21 Doppel- und 7 Einzelzimmer reserviert und später storniert.

In der Begründung des Gerichts heißt es, der Pfarrer habe die Gruppenreise nicht als Kaufmann, sondern als Privatperson zu karitativen Zwecken ohne kommerziellen Hintergrund organisiert. Entsprechend habe er auch nicht über finanzielle Rücklagen verfügt, um etwaige Kosten wegen eines Reiserücktritts auszugleichen.

Zwar hatten beide Parteien dem OLG zufolge zuvor einen verbindlichen Hotelreservierungsvertrag abgeschlossen, in dem ein Rücktrittsrecht nicht ausdrücklich vereinbart war. Doch habe dem Pfarrer wegen des für ihn ansonsten zu großen Risikos ein vertragsimmanentes Rücktrittsrecht zugestanden. Zudem habe er die Buchung dreieinhalb Monate vor dem geplanten Reisezeitraum rückgängig gemacht und damit rechtzeitig gehandelt, da das Rücktrittsrecht nicht zeitlich unbegrenzt gelte.

(Az: 30 U 216/01)