Erste Geständnisse nach Razzia

Europol deckt Kinderpornographie-Ring auf

Im Kampf gegen Verbreitung von Kinderpornographie im Internet ist dem Bundeskriminalamt (BKA) ein weiterer Erfolg gelungen. Nach einer bundesweiten Durchsuchungsaktion am Dienstagmorgen legten 9 der 34 Beschuldigten ein Geständnis ab, sagte BKA-Sprecher Norbert Unger am Nachmittag in Wiesbaden. Nach einer ersten Bilanz wurden 37 Computer, 2.700 CD-ROM und etwa 580 Videokassetten beschlagnahmt. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main waren insgesamt 37 Wohnungen und Arbeitsstätten in elf Bundesländern durchsucht worden. Festnahmen werde es zunächst keine geben, betonte Unger. Es würden die Personalien der Verdächtigen festgestellt.

Die Aktion in Deutschland ist den Angaben zufolge Teil einer Polizeiaktion, die zeitgleich auch in England, den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Italien und Spanien durchgeführt wurde. Deutschland bilde jedoch den Schwerpunkt der von Europol koordinierten Durchsuchungsaktion mit dem Namen "Twins". Zehn BKA-Mitarbeiter koordinierten die Durchsuchungen in der Bundesrepublik von Wiesbaden aus.

Endgültige Ergebnisse könnten erst bekannt gegeben werden, nachdem das Material gesichtet worden sei. "Das kann einige Wochen oder Monate in Anspruch nehmen", kündigte der BKA-Sprecher an.

Ausgangspunkt der europaweit gestarteten Durchsuchungen bildeten vor gut einem Jahr Hinweise der schwedischen Polizei, sagte das BKA. Wie häufig in Fällen von Kriminalität im Internet seien die Nachforschungen jedoch schnell international ausgeweitet worden. Seit Anfang des Jahres sei den Ermittlern bekannt, dass ein Großteil der weltweit etwa 50 Verdächtigen aus Deutschland komme.