ICE startete zu Jungfernfahrt von Frankfurt nach Köln

Verkehr

Die Jungfernfahrt auf der ICE-Neubaustrecke von Frankfurt nach Köln verlief erfolgreich. Der Zug der neuesten ICE-Generation startete vom Frankfurter Hauptbahnhof. Zuvor hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn die ausschließlich für den Personenverkehr bestimmte Trasse als "echte Alternative" zur Straße und zur Luftfahrt bezeichnet. An Bord des Zuges waren Mehdorn, Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig und weitere 700 geladene Gäste.

Der Naturschutzbund NABU hat die Strecke im Grundsatz ebefnalls begrüßt. Zwar habe die neue Trasse viele Wunden in die Natur geschlagen, die erst einmal verheilen müssten. Für die verkehrspolitische Notwendigkeit einer attraktiven Verbindung zwischen den beiden Ballungsräumen Rhein-Ruhr und Rhein-Main sei der schnelle ICE gerade im Vergleich mit Flugzeug oder Auto aber ohne echte Alternative, sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth.

Flasbarth warnte in diesem Zusammenhang davor, ICE-Hochgeschwindigkeitstrassen als künftiges Allheilmittel für umweltverträgliche Mobilität zu betrachten. Man brauchen für jeden einzelnen Fall eine genaue Prüfung der ökonomischen, ökologischen und verkehrspolitischen Konsequenzen. Der NABU-Präsident forderte Bahn und Bundesländer dazu auf, ihrer verkehrspolitischen Verantwortung gerecht zu werden und beim Ausbau des Schienennetzes auch auf eine Verbesserung der regionalen Angebote zu setzen.

Der NABU-Präsident bewertete das bei der neuen Strecke zwischen Köln und Frankfurt berücksichtigte Prinzip der Trassenbündelung von Schiene und Autobahn als vernünftig. Dieses Prinzip solle auch auf andere Streckenneubauten angewendet werden, etwa bei der geplanten Verbindung zwischen Frankfurt und Würzburg. Die vorgesehene Streckenführung durch den wertvollen Naturraum Spessart sei für den NABU nicht akzeptabel. Eine Trasse entlang der Autobahn durch das Kinzigtal sei die deutlich bessere Alternative, so Flasbarth abschließend.