Verbraucherzentralen ziehen wegen "Camel"-Werbung vor Gericht

Jugendschutz

Die Verbraucherzentralen verklagen die Tabakfirma JT International wegen jugendbezogener Zigarettenwerbung. Die Darstellung jugendlich erscheinender Personen auf einem Werbeplakat für die Marke "Camel" verleite Jugendliche zum Rauchen, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband mit. Die Verbraucherschützer erwarten, dass die beanstandete Werbung im Interesse des Jugendschutzes gerichtlich untersagt werde, sagte Vorstand Edda Müller.

Die Werbung verstoße gegen das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz. Das Gesetz verbiete Tabakwerbung, die besonders dazu geeignet sei, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu verleiten. Zudem habe sich die Industrie selbst verpflichtet, für Zigaretten nicht mit Personen zu werben, die jünger als 30 Jahre zu sein scheinen. Im vorliegenden Fall hätten Umfragen des Berliner Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf jedoch ergeben, das die Mehrheit der Jugendlichen die auf den Plakaten dargestellten Jugendlichen für jünger als 30 Jahre hielten.