Sinti und Roma kritisieren Benachteiligung bei NS-Zwangsarbeiter-Entschädigung

Auszahlung durch UN-Organisation ungünstig

Sinti und Roma fühlen sich bei der Entschädigung für NS-Zwangsarbeit gegenüber jüdischen Überlebenden benachteiligt. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wies am Dienstag in Heidelberg auf die unterschiedlichen Modalitäten bei der Zwangsarbeiterentschädigung hin. So hätten die Jüdische Claims Conference und die osteuropäische Partnerorganisation der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" im vergangenen Jahr an ihre Antragsteller schon jeweils rund 5113 Euro (10 000 Mark) ausgezahlt. Es handele sich dabei um die erste Rate der gesetzlich vorgesehenen bis zu 7669 Euro (15 000 Mark). Dagegen hätten die deutschen Sinti und Roma zunächst nur die Hälfte dieses Betrages erhalten sollen, kritisierte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose.

Als Ursache nannte Rose, dass per Gesetz die Abwicklung der Entschädigung für die deutschen Sinti und Roma bei der UNO-Organisation für Migration (IOM) liege. Diese habe jedoch "mit NS-Unrecht keine Erfahrung" und sich erst nach längerer Zeit zur Zusammenarbeit mit dem Zentralrat bereiterklärt. Daher forderte der Zentralrat die Aufnahme in das Stiftungskuratorium. Rose forderte den Bundestags-Innenausschuss auf, zu Beginn der kommenden Legislaturperiode dafür die gesetzlichen Weichen zu stellen.