Lage um Flüsse spitzt sich zu - Politik muss endlich handeln

10. Internationales Elbe-Saale-Camp

Am kommenden Sonntag wird das 10. Internationale Elbe-Saale-Camp auf den Elbwiesen bei Barby eröffnet. Eine Woche lang werden über einhundert Flussschützer aus drei Ländern durch Aktionen auf die Schönheit wie auch auf die Bedrohung der letzten noch naturnahen Flüsse Deutschlands aufmerksam machen. Nachdem das Umweltbundesamt mit seiner unabhängigen Studie nachgewiesen hat, dass die Kosten des Elbausbaus den Nutzen übersteigen,ist die Politik gefordert, entschieden zu handeln und einen Baustopp durchzusetzen.

Auch in diesem Jahr sollen wieder über 100.000 Tonnen kopfgroße Schottersteine an den Ufern der Elbe verbaut werden,derzeit auch im UNESCO-Welterbe-Gebiet Dessau-Wörlitz sowie in einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands überhaupt, im Steckby-Lödderitzer Forst. Alle diese Baumaßnahmen erfolgen ohne Prüfungen auf die möglichen Folgen für Landschaft und Tourismus, ein seit 1996 versprochenes Gesamtkonzept ist nicht in Sicht.

Über 100 Mio. Euro sollen an der Elbe noch verbaut werden, eine ähnliche Summe an der Saale.

Ziel der Veranstalter des Jubiläumscamps ist es, diese Gelder für sinnvolle Investitionen einzusetzen. Die Regierungskoalition müsse dazu ihren Verkehrsminister Kurt Bodewig unverzüglich auffordern, die sinnlosen und schädlichen Baggerarbeiten einzustellen, so die Veranstalter. Mit phantasievollen Aktionen wird dieser Forderung Nachruck verliehen werden.