BUND fordert Maßnahmen noch vor Johannesburg

Das Klima spielt verrückt

Sofortige und schnellere Schritte beim Klimaschutz hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angesichts der zunehmenden Wetterextreme gefordert. Noch vor dem Weltumweltgipfel von Johannesburg müsse sich die Bundesregierung zur Minderung der Klimagase um 40 Prozent bis 2020 gegenüber dem Stand von 1990 verpflichten. Nur eine solche Vorreiterfunktion könne andere Staaten der Welt dazu bewegen, ebenfalls entschiedene Klimaschutzmaßnahmen zu beschließen.

Dringlich seien auch die drastische Reduzierung der Flächenversiegelung, Rückbaumaßnahmen an kanalisierten Flüssen und der Stopp weiterer Kanalisierungen, um den zunehmenden Niederschlägen natürliche und kontrollierte Überschwemmungsflächen zu bieten.

Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Das menschengemachte Klimachaos lässt sich nur stoppen, wenn die internationalen Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase weiter verschärft werden. In Johannesburg steht ein globaler Plan zum Ausbau der erneuerbaren Energien auf der Tagesordnung und in Deutschland polemisieren ausgerechnet am Tag der größten Überschwemmungen und erster Hochwasseropfer Unternehmensverbände gegen die staatliche Förderung von Wind- und Solarstrom. Zu einer ökologischen Energie- und Verkehrspolitik gibt es aber keine Alternative. Und das heißt sparsamere Autos, mehr Bahn- und weniger Straßenverkehr, den Energieverbrauch reduzieren und die Ökosteuer weiterführen."

Der BUND kritisierte außerdem das bemerkenswerte Schweigen der Oppositionsparteien zu den deutlich erkennbaren Wetterextremen und Hochwasserkatastrophen. CDU/CSU ließen zwar keine Gelegenheit aus, gegen die Förderung von Wind- und Solarstrom oder die Ökosteuer zu Felde zu ziehen. Wenn die Natur aber zurück schlage, komme aus deren Kompetenzteam kein einziger Vorschlag zu Verbesserung der Lage.