Wirtschaftsforscher erwartet Konjunktur-Belebung durch Fluthilfe

Hochwasserfolgen

Der Präsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA), Thomas Straubhaar, verspricht sich von der angekündigten Milliardenhilfe für die vom Hochwasser betroffenen Regionen eine Belebung für die Konjunktur in Deutschland. Die zusätzliche Nachfrage werde der Wirtschaft "temporär neuen Schwung verleihen", sagte Straubhaar dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Finanzhilfen des Staates wirkten "wie ein Nachfrageprogramm, von dem auch westdeutsche Unternehmen und Handwerker profitieren werden".

Mit Blick auf den Wiederaufbau der japanischen Stadt Kobe nach dem Erdbeben im Jahr 1995 und den damit verbundenen Impulsen für die japanische Wirtschaft sprach Straubhaar von einem "Kobe-Effekt", der "ganz sicher zu spüren sein" werde. Allerdings warnte der Wirtschaftswissenschaftler vor Hoffnungen auf einen dauerhaften Aufschwung durch das Konjunkturprogramm. "Es ist leider nur ein Strohfeuer, die Wirkung wird nicht nachhaltig sein", sagte Straubhaar dem Magazin.

Als Grund nannte der Ökonom, das Konjunkturprogramm trage dazu bei, dass der Bausektor überdimensioniert bleibe. "So werden die Strukturprobleme, die Ostdeutschland lahmen, durch die Milliardenhilfen letztlich verlängert", erklärte der HWWA-Präsident.