Der Stom war zu teuer

Erste Abmahnung für überhöhte Stromgebühren

Das Bundeskartellamt hat zum ersten Mal einen Stromversorger wegen zu hoher Netznutzungs-Entgelte abgemahnt. Es handele sich dabei um die erste Entscheidung im Rahmen der im Januar eingeleiteten zehn Verfahren gegen Netzbetreiber, sagte Kartellamts-Präsident Ulf Böge am Dienstag in Bonn. Weitere sollten in Kürze folgen. Ziel aller Verfahren sei eine "substanzielle Senkung der Netznutzungsentgelte". Sie seien derzeit das Haupthindernis für einen Wettbewerb auf den Strommärkten, betonte Böge. Im vorliegenden Fall verglich das Kartellamt die vom Mainzer Unternehmen von Wettbewerbern geforderten Nutzungsentgelte mit den Preisen, die von der RWE Net AG verlangt werden.

Dabei wurden auch die unterschiedlich strukturierten Versorgungsgebiete berücksichtigt. Es stellte sich heraus, dass die Gebühren um bis zu 23 Prozent höher lagen. Das weitere Verfahren sieht nun vor, dass die Stadtwerke Mainz bis Mitte kommenden Monats Gelegenheit zur Stellungnahme haben, bevor die Abmahnung in eine förmliche Untersagung mündet. Falls sich das betroffene Unternehmen dabei zu einer drastischen Preissenkung bei der Netznutzung entschließt, könnte der Missbrauchsverdacht noch ausgeräumt werden.