Lehrer haben keine Angst vor PISA für Lehrer

Kultusministerkonferenz soll Geheimniskrämerei beenden

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft steht der von der OECD geplanten PISA-Vergleichsstudie für Lehrer grundsätzlich positiv gegenüber. Eine solche Studie biete die Chance, "mit Vorurteilen gegenüber Lehrern aufzuräumen" sowie "Erkenntnisse über eine gute Unterrichtsqualität" zu gewinnen, sagte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange am Donnerstag in Frankfurt am Main. "Die GEW hat keine Angst vor PITA", dem Programme for International Teacher Assessment, unterstrich Stange, "und die Lehrer auch nicht." Zugleich forderte die Gewerkschafterin die Kultusministerkonferenz (KMK) auf, ihre "offenbare Geheimniskrämerei" zu beenden und "offensiver" mit der geplanten Lehrerstudie umzugehen.

Stange betonte, das "vorrangige Ziel" der geplanten Studie sei nach ihren Informationen nicht das Abprüfen des fachlichen Wissens der Lehrer, sondern vielmehr der Vergleich der Unterrichtsqualität im internationalen Maßstab. Zu diesem Zweck sei es aus Sicht der GEW auch sinnvoll, Videomitschnitte von Unterrichtsstunden zu machen, wie die OECD dies offenbar erwäge. Mit solchen Aufnahmen habe die Gewerkschaft bereits gute Erfahrungen gemacht. So benutze die GEW bei ihren Gesprächen mit deutschen Lehrern über die Ergebnisse der ersten PISA-Studie einen Film, der in Schulen in Finnland, Dänemark und Schweden gedreht wurde.

Damit die PISA-Lehrerstudie ein Erfolg werden könne, müsse die OECD aber die Inhalte und Ziele offen legen, die sie damit verbinde, forderte Stange. Außerdem müssten die GEW wie auch die übrigen Lehrerverbände schon in der Vorbereitungsphase eingebunden werden. Stange forderte auch die KMK auf, sich aktiv an den Vorbereitungen zu beteiligen. Es sei ihr "völlig unverständlich", warum bei einem Treffen von KMK, GEW und Lehrerverbänden vor wenigen Wochen zur Auswertung der nationalen PISA E-Studie die geplante Lehrerstudie seitens der KMK nicht erwähnt worden sei, kritisierte Stange.