Ostsee droht umzukippen

Behörden befürchten einen Umweltkollaps

Der westlichen Ostsee droht nach Ansicht deutscher und dänischer Umweltbehörden ein Umweltkollaps. Schuld daran seien vor allem massive Gülleeinleitungen, berichtet die Zeitung "Lübecker Nachrichten" am Dienstag. Im Kattegat, im Öresund sowie im Großen und Kleinen Belt sei es bereits zu ersten Fischsterben infolge extremen Sauerstoffmangels gekommen. Die Lage sei noch nie so bedrohlich gewesen wie jetzt, sagte der Chef des dänischen Umweltforschungszentrums in Roskilde, Bo Riemann, dem Blatt. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Landesamtes für Natur und Umwelt nimmt auch in der Flensburger Innenförde, der Eckernförder Bucht, der Neustädter, Lübecker und Wismarer Bucht der Sauerstoffgehalt rapide ab. Die Ostsee drohe umzukippen.

Das Amt habe zu Wochenbeginn von Kiel aus ein Forschungsschiff in Fahrt gesetzt, dessen Besatzung in den betroffenen Gewässern an 60 Standorten den Sauerstoffgehalt untersuchen soll. Umweltverbände prangern schon seit Jahren die massive Verschmutzung des Brackwassermeeres durch die dänische Landwirtschaft an. Dänemark jährlich bis zu 100 000 Tonnen Stickstoff vor allem in Form von Gülle aus der industriellen Schweinemast in die Ostsee.