SPD liegt in Umfragen klar vor der Union

Deutliche Trendwende

Gut eine Woche vor der Bundestagswahl hat sich der Trend in den Wählerumfragen zugunsten der Regierungskoalition gedreht. Übereinstimmend ermittelten infratest dimap, Forsa und die Forschungsgruppe Wahlen in ihren am Freitag veröffentlichten Befragungen einen deutlichen Vorsprung der SPD vor der Union. Zugleich schrumpfte der Abstand der FDP vor den Grünen auf 1 bis 0,5 Prozentpunkte, so dass Rot-Grün mit deutlich mehr Stimmen rechnen kann als Schwarz-Gelb. Laut Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen kämen die Sozialdemokraten auf 40 Prozent der Stimmen, wenn die Wahl schon an diesem Sonntag wäre. Das sind 3 Punkte mehr als in der Vorwoche. Die Union verliert 1 Punkt und kommt auf 37 Prozent. Die Grünen landen unverändert bei 7 Prozent. Die FDP verliert 0,5 Prozentpunkte und kommt nur noch auf 7,5 Prozent.

In der Sonntagsfrage von infratest dimap liegt die SPD bei 38,5 Prozent, das sind 0,5 Punkte mehr als vor einer Woche. Die Union verliert im selben Zeitraum 3,5 Punkte und kommt nur noch auf 36 Prozent. Die FDP landet unverändert bei 8,5 Prozent, dicht gefolgt von den Grünen, die nach einem Zugewinn von 0,5 Punkten jetzt mit 8 Prozent der Stimmen rechnen können.

Forsa sieht die SPD nunmehr bei 40 Prozent (plus 1). Dagegen büßten die Union mit jetzt 38 Prozent und die FDP mit 8 Prozent jeweils 1 Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche ein. Unverändert blieb der Umfragewert für die Grünen (7 Prozent). Emnid ermittelte in der Sonntagsfrage einen Gleichstand von jeweils 38 Prozent für SPD und CDU/CSU. Die Grünen legten binnen Wochenfrist 1 Prozentpunkt zu und kommen auf 7 Prozent. Die FDP erreicht unverändert 8 Prozent.

Ob eine Neuauflage der rot-grünen Koalition zustande kommt, hängt nicht zuletzt vom Wiedereinzug der PDS in den Bundestag ab. Den Umfragen zufolge muss die PDS weiter um den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde bangen, es bliebe ihr nach derzeitigem Stand nur der Weg über mindestens drei Direktmandate. Das Politbarometer errechnete für die Linkssozialisten 4,5 Prozent. Emnid und Forsa sehen die PDS mit 4 Prozent ebenfalls auf der Kippe. Auch infratest dimap sagt der PDS mit 4,7 Prozent eine Zitterpartei voraus.

In der Kanzlerfrage baute Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) seinen Vorsprung auf Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) zu einem neuen Höchststand aus. 59 Prozent (plus 3) der 1.326 für das Politbarometer befragten Wähler würden Schröder direkt wählen, nur 34 (minus 1) entschieden sich für Stoiber. Bei den rund 2.000 von infratest dimap Befragten liegt Schröder sogar mit 64 zu 34 Prozent vorn. Die 2.014 von Forsa interviewten Personen entschieden sich mit 48 zu 28 Prozent für den Amtsinhaber.

Das Bonner dimap-Institut fand in einer Befragung von 1.000 Wahlberechtigten heraus, dass die Union insbesondere in Ostdeutschland massiv eingebrochen ist. Die CDU sackte dort binnen einer Woche von 33,5 auf 27 Prozent ab, während die SPD um 1 Punkt auf 38 Prozent zulegte. Die PDS kann in den neuen Ländern nach zuletzt 17 nun mit 19 Prozent der Stimmen rechnen.