Ein Drittel der CO2-Emissionen im Verkehr leicht vermeidbar

Einfache Energiespartipps

Der Verkehr in Deutschland ist bundesweit jährlich für ca. 21% des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Immer größer wird dabei der Anteil des Einkaufs- und Freizeitverkehrs. Doch ein Drittel der verkehrsbedingten CO2-Emissionen lassen sich problemlos vermeiden. Darauf macht die Deutsche Energie-Agentur (dena) anlässlich der Europäischen Woche der Mobilität aufmerksam. Im Rahmen der "Aktion Klimaschutz" zeigt die dena, wie jeder Einzelne einen beträchtlichen Anteil der CO2-Emissionen zum Beispiel im Bereich Mobilität einsparen kann.

"Mit der Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen wir unser Klima. Ein intelligenter Verkehrmittelmix ist auch eine Entscheidung für den Klimaschutz", erklärt Kristina Steenbock, Geschäftsführerin der dena. "Nachhaltige Mobilität ist ein wichtiges Thema im Rahmen der Kampagne, denn der Verkehr ist einer der Hauptproblembereiche für den Klimaschutz." Die Wachstumsprognosen für den Individual- und Güterverkehr seien erschreckend hoch.

Unterstützt wird die Kampagne von den zwei Pinguinen "Prima & Klima", die bundesweit für individuellen Klimaschutz werben. In der Broschüre "Lasst uns das Klima retten - 25 einfache Energiespartipps für zuhause und unterwegs" zeigen sie, wie man möglichst klimafreundlich mobil sein kann. Statt Kurzstrecke mit dem Auto zu fahren, lieber mal den öffentlichen Nahverkehr ausprobieren, empfehlen "Prima & Klima". Doch es muss nicht immer gleich umsteigen auf den öffentlichen Verkehr sein. Auf den richtigen Reifendruck achten gehören genauso zu den "Pinguin-Tipps" wie Dachgepäckträger bei Nichtbenutzung abmontieren und den Kofferraum entrümpeln, um den Spritverbrauch zu senken. Eine vierköpfige Familie kann nach dena-Angaben bis zu einem Drittel ihrer verkehrsbedingten CO2-Emissionen reduzieren.

"Aktion Klimaschutz" ist eine bundesweite Informationskampagne zu den Möglichkeiten des individuellen Handelns für Klimaschutz im Alltag, die sich besonders an private Haushalte sowie Energieverbraucher aus den Bereichen Handel, Gewerbe und Dienstleistungen richtet. Auf der Homepage sind Informationen und Klimaschutztipps für den Alltag sowie die Klimaschutz-Broschüre verfügbar.

"Technik nicht unnötig verteuern"

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert, dass noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz zur Abscheidung und Speicherung von CO2 durch CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) verabschiedet wird. Die großen Energiekonzerne geben an, mit dieser Technik könne man CO2 aus Kohlekraftwerken sicher im Untergrund verschwinden lassen. BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf forderte anlässlich der Anhörung zum CCS-Gesetz im Bundeswirtschaftsministerium am Freitag, Deutschland sollte sich bei den Haftungsregelungen für die CO2-Speicherung an die Anforderungen halten, die laut EU-Richtlinie umzusetzen sind. "Derzeit geht der Gesetzentwurf deutlich darüber hinaus", kritisiert Schnappauf. "Das verteuert die neue Technik unnötig."

Der BDI sieht in der Abscheidung und Speicherung von CO2 durch CCS-Technologie eine wichtige technologische Option, fossile Energieträger künftig klimafreundlich zu nutzen. "Die deutsche Wirtschaft ist bereit, diese Option zielstrebig weiter zu entwickeln", sagte Schnappauf. "Ein schnelles CCS-Gesetz sichert die notwendigen Investitionen in Demonstrationsvorhaben. Umweltschützer bezweifeln die Effektivität und die Langzeitsicherheit der Technik.

Am 26. Feb. 2009 unter: politik

Schwere Oberklasse

Die EU-Kommission will das angepeilte Ziel von maximal 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer auch gegen den Widerstand der Autoindustrie bis 2012 in Europa durchsetzen. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe) werden diese Vorgaben in der gerade erarbeiteten Richtlinie stehen. Dies bestätigt eine Sprecherin der EU-Kommission nach Angaben des Blattes. Die Richtlinie werde am 19. Dezember vorgestellt. Weitere Details werden laut Zeitung nicht genannt.

An "Einzelheiten" der Richtlinie werde noch gefeilt. Dem Bericht zufolge haben sich zu diesem Zweck EU-Umweltkommissar Stavros Dimas, Kommissionspräsident Manuel Barroso und sein Vize Günter Verheugen am Donnerstag getroffen.

Die deutsche Autoindustrie hätte gern, dass bei den CO2-Vorgaben das unterschiedliche Gewicht von Fahrzeugen berücksichtigt wird. Denn im Unterschied etwa zu italienischen und französischen Herstellern sei sie stärker in der Oberklasse vertreten.

Am 16. Nov. 2007 unter: nachrichten

CO2-Minderung

Deutsche Firmen sollen ihre Klimaschutz-Verpflichtungen künftig auch im Ausland erfüllen können. Nach einem Beschluss der Bundesregierung vom Mittwoch soll es den Unternehmen künftig ermöglicht werden, Klimaschutzprojekte gemeinsam mit Firmen in mittel- und osteuropäischen Staaten umzusetzen oder in Entwicklungsländern zu realisieren. Derartige Klimaschutzprojekte können nach Angaben des Umweltministeriums deutlich niedrigere Kosten für die Minderung von Treibhausgasemissionen erzeugen als Maßnahmen in Deutschland oder der Kauf von Emissionszertifikaten im europäischen Emissionshandel.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte, es liege nun in der Entscheidung jedes Unternehmens, wie es seine klimaschutzpolitischen Beiträge erbringen wolle. Möglich seien Energieeinsparungen im eigenen Bereich wie auch der Kauf von Emissionszertifikaten am dynamisch wachsenden CO2-Markt, oder dadurch, dass Unternehmen für Projekte außerhalb Deutschlands beziehungsweise Europas Emissionsgutschriften erwerben. Dem Welt-Klima sei es egal, "wo Treibhausgase eingespart werden".

Am 04. Mai. 2005 unter: arbeit

Hubraum und CO2-Ausstoß

Die zum 1. Juli geplante Reform der Kfz-Steuer hat die vorletzte Hürde genommen. Der Bundestag bestätigte am Donnerstag in Berlin den Vorschlag des Vermittlungsausschusses, wonach die mit dem Steuertausch verbundenen Ausgleichszahlungen an die Länder um 150 Millionen Euro auf knapp neun Milliarden Euro ab 2010 aufgestockt werden. Diese Einigung muss am Freitag noch vom Bundesrat bestätigt werden, eine Zustimmung der Länderkammer gilt aber als sicher. Damit ist der Weg frei, diese Steuer künftig am CO2-Ausstoß und am Hubraum eines Autos zu orientieren.

Bisher stehen die Einnahmen aus der Kfz-Steuer den Ländern zu. Nach der Übertragung auf den Bund sollten sie als Entschädigung einen finanziellen Ausgleich von jährlich mehr als 8,8 Milliarden Euro erhalten. Ursprünglich wollten die Länder 205 Millionen Euro mehr bekommen. Im Vermittlungsverfahren wurde nun eine Summe von 8,991 Millionen vereinbart.

Damit kann nun auch im Bundesrat über die Grundgesetzänderung abgestimmt werden, die während des Vermittlungsverfahrens auf Eis lag.

Am 05. Mär. 2009 unter: nachrichten

Begrenzung des CO2-Ausstoßes

Die Pläne der EU-Kommission zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes von Pkw stoßen im Unions-dominierten Bundesrat auf scharfe Kritik. In einer am 14. März verabschiedeten Stellungnahme betont die Länderkammer, die EU-Vorlage werde weder den Klimaschutzzielen gerecht, noch sei sie "aus volkswirtschaftlicher Sicht hinnehmbar". Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen die durchschnittlichen CO2-Emissionen von Neuwagen ab 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer begrenzt werden. Halten sich Hersteller nicht an die Zielvorgaben, sollen sie eine stetig steigende Abgabe wegen Emissionsüberschreitung zahlen. Nach Auffassung des Bundesrates belastet das vorgeschlagene CO2-Regulierungsmodell "einseitig" die Hersteller größerer Fahrzeuge, während die Einsparpotenziale kleinerer Autos weitgehend ungenutzt blieben.

Auch seien jährliche Strafzahlungen in Milliardenhöhe inakzeptabel, da sie die Investitionsfähigkeit insbesondere der "Premiumhersteller" schwächten und den Wettbewerb verzerrten.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) betonte, Europa müsse beim Klimaschutz vorangehen, doch dürfe dies nicht zu einer Vernachlässigung industriepolitischer Interessen Deutschlands führen. Die Vorschläge der EU-Kommission richteten sich in erster Linie gegen leistungsstarke Fahrzeugmodelle, die vorwiegend in der Bundesrepublik produziert würden. Mit Blick auf die geplanten Strafen bezeichnete Wulff es als ungeklärt, ob eine "steuerähnliche Abgabe" überhaupt mit dem EU-Gesetzgebungsrahmen vereinbar wäre.

Am 14. Mär. 2008 unter: nachrichten

CarboEurope startet

Die EU hat am Freitag, in Valencia/Spanien das Forschungsprojekt CarboEurope präsentiert. Im Zuge des von der EU-Kommission mit 25 Mio. Euro ausgestatteten Projekts soll der Frage nachgegangen werden, ob europäische Wälder, Boden- und Wiesenflächen die Lösung zur Reduktion von CO2- Emissionen sind. 15 Forschungsprojekten mit 160 Forschungsinstitutionen aus 20 Ländern sollen untersuchen, ob die Biosphäre eine geeignete Kohlenstoff-Senke ist. Vorläufige CarboEurope-Ergebnisse gehen von einer CO2- Absorptionsrate von bis zu 30 Prozent der jährlichen industriellen Emissionen der EU aus. CO2 in der Atmosphäre gilt als Hauptgrund der Klimaerwärmung.

Die Biosphäre der Erde ist im Stande, mehr Kohlenstoff zu absorbieren als freizusetzen. Daher wird den Wäldern Europas prinzipiell ein große Rolle als CO2-Senke zugespielt. Letztendlich erhofft sich die EU durch CarboEurope den Fortschritt hin zum Kyoto-Ziel messen zu können, wie z.B. die geplante CO2-Reduktion in der Atmosphäre. Um das Ziel zu erreichen, wurde quer durch Europa ein Kohlenstoff- Überwachungsnetzwerk errichtet. Die Messungen werden analysiert und mittels eines Computersystems miteinander verbunden. CarboEurope analysiert zusätzlich, wie Klimaveränderungen die Kapazität der Biosphäre zur CO2-Absorption modifizieren und mitunter auch reduzieren könnten.

Am 18. Okt. 2002 unter: artenschutz

Klimaziel verfehlt

Die Landesregierung Baden-Württemberg reduziert das Klimaschutzziel statt Kohlendioxid. Das Land habe sein Ziel "nur" 77 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid an die Atmosphäre abzugeben um fünf Prozent überschritten, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über veröffentlichte Daten zum Ausstoß von Treibhausgasen. Anstatt Alarm zu schlagen sei in der Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes das Landesziel kurzerhand umgeschrieben worden. Um den Fehler zu verdecken, habe das Statistische Landesamt die CO2-Emmissionen der Industrie weggelassen. "Die Landesregierung kaschiert ihr Versagen im Klimaschutz durch unseriöse Zahlenspielereien", kritisiert Brigitte Dahlbender, die Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg.

Anstelle der Minderungsziele für den gesamten CO2-Ausstoß des Landes würde nun nur noch die "energiebedingten CO2-Emissionen" bis 2005 auf unter 70 Millionen verringert werden; beziehungsweise bis 2010 auf unter 65 Millionen Tonnen CO2 verringert werden.

"Rund 2,2 Millionen Tonnen CO2 fallen somit einfach unter den Tisch", kritisiert Dahlbender. Während die "energiebedingten Emissionen" nur Kohlenstoffdioxid aus der Strom- und Wärmeproduktion und Verkehr stammenden CO2 meine, umfassten die "Gesamtemissionen" zusätzlich auch CO2 freisetzende Industrieprozesse.

"Es ist schon schlimm genug, dass die Landesregierung keine aktive Klimaschutzpolitik betreibt. Wenn dann die ohnehin zu niedrigen Anforderungen durch statistische Taschenspielertricks noch weiter gesenkt werden sollen, ist dies nur noch peinlich", so Dahlbender.

Am 16. Feb. 2005 unter: umwelt

"9 Prozent weniger CO2"

Mit einer symbolischen "Tempo 120"-Aktion vor dem Bundesverkehrsministerium in Berlin hat Greenpeace am 10. September für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geworben. Die Umweltschützer stellten Schilder von 27 Städten auf, in denen die Menschen nach ihrer Haltung befragt wurden. Nach Angaben des Greenpeace-Verkehrsexperten Marc Specowius hat sich dabei die überwiegende Mehrheit für ein Tempolimit ausgesprochen.

"Die Stimmung in Deutschland kippt. Das sollte auch Bundesverkehrsminister Tiefensee berücksichtigen", sagte der Greenpeace-Experte.

Rund ein Drittel aller Pkw-Kilometer werden laut Greenpeace auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland gefahren. Auf zwei Dritteln der Strecken gebe es nach Angaben der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Allein mit einer Begrenzung auf 120 Stundenkilometer könne der CO2-Ausstoß um neun Prozent oder 3,3 Millionen Tonnen pro Jahr verringert werden. Das entspreche dem Gesamtausstoß des Busverkehrs in Deutschland.

Zudem würden bei Tempo 120 rund 1,35 Milliarden Liter Benzin und Diesel eingespart, so Greenpeace. Keine andere direkte Maßnahme habe ein annähernd so großes Potenzial. Die Politik sei nun gefordert, nicht nur Programme zu verkünden, sondern "endlich zu handeln".

Am 10. Sep. 2007 unter: nachrichten

"Clean coal" ist keine saubere Energie

Vertreter des Naturschutzverbandes Grüne Liga äußern sich heute skeptisch zu der gestern vom Energiekonzern Vattenfall in Cottbus vorgestellten "clean coal"-Strategie. Mit einer neuen Technik soll dabei in Zukunft das bei der Verbrennung entstehende Klimagas CO2 aufgefangen werden. Die Grüne Liga wendet ein, dass die derzeit aktuellen Probleme der Braunkohlenutzung durch erste Schritte zu neuen Technologien nicht umweltverträglicher würden. So solle derzeit das Lacomaer Teichgebiet in Cottbus aus reinem Profitinteresse für den zweitgrößten Kohlendioxid-Emittenten der Bundesrepublik, das Kraftwerk Jänschwalde, vernichtet werden.

"Wenn die Lausitzer Kohle, wie auf dem Symposium angekündigt, für mehrere Kraftwerksgenerationen reichen soll, müssten dafür Dutzende Dörfer umgesiedelt und damit gewachsene Kulturlandschaft unwiederbringlich vernichtet werden. Auch die ökologischen Probleme, wie die Zerstörung wertvoller Naturlandschaften und der enorme Grundwasserentzug würden weiter bestehen." sagt René Schuster, der die Grüne Liga im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg vertritt. "Ich bezweifle, dass diese Perspektive noch andere Investoren in die Lausitz lockt."

Der geplante Neubau eines Kraftwerksblockes bei Boxberg gefährde langfristig den Fortbestand mehrerer sorbischer Dörfer in Nordsachsen. Hier wird (noch ohne jede CO2-Abscheidung) die Zerstörung des sorbischen Gebietes um Schleife mit derzeit etwa 1000 Einwohnern (Mulkwitz, Rohne und Mühlrose) vorbereitet. "Technik zur CO2-Abscheidung macht noch keine saubere Energiewirtschaft." konstatiert Schuster.

Am 20. Mai. 2005 unter: arbeit

Gesundheits- und Klimaschutz

Bei der geplanten Neugestaltung der KFZ-Steuer forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auch künftig die Einbeziehung weiterer Schadstoffe. Eine Berücksichtigung des Kohlendioxidausstoßes bei der Berechnung der Abgabe sei richtig und fördere den Kauf spritsparender Fahrzeuge. Die Pläne ermöglichten bis 2013 eine Senkung der CO2-Emissionen um 6,5 Millionen Tonnen.

Ebenso wichtig sei jedoch die drastische Minderung von Dieselruß- und Stickoxidemissionen. Deshalb müssten die steuerlichen Vorteile für schadstoffarme Fahrzeuge beibehalten und ausgebaut werden. Dieselruß verursache allein in Deutschland den Krebstod von jährlich rund 8000 Menschen, Stickoxide seien u.a. für höhere Sommersmogwerte und Waldschäden verantwortlich.

BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm: "Eine modernisierte KFZ-Steuer kann helfen, die Klimaschutzziele für Deutschland zu erreichen. Genauso wichtig sind aber auch Gesundheitsvorsorge und insgesamt drastische Schadstoffsenkungen. Der Autoverkehr bleibt auch mit einer modernisierten KFZ-Steuer Hauptemittent der gefährlichen Dieselrußpartikel. Hier muss vor allem die deutsche Autoindustrie handeln und endlich Dieselrußfilter serienmäßig anbieten."

Ebenso notwendig wie die Neugestaltung der KFZ-Steuer sei auch eine Weiterführung der Ökosteuer. Sie verteuere den Ressourcenverbrauch und senke zugleich den Schadstoffausstoß.

Am 27. Jan. 2004 unter: nachrichten

40 Millionen Tonnen CO2

Nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR), des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und der Gesellschaft für ökologische Forschung operiert die Bundesregierung in der Tempolimit-Diskussion mit "irreführenden Fakten". Alle deutsche Bundesregierungen, unabhängig von ihrer politischen Zusammensetzung, würden "mit immer gleichen und teilweise irreführenden Behauptungen" ein Tempolimit in Deutschland bis heute verhindern, kritisiert Wolfgang Zängl von der Gesellschaft für ökologische Forschung. In der Diskussion um ein Tempolimit behaupteten Verkehrsminister Tiefensee und Umweltminister Gabriel immer wieder, es gäbe auf 98 Prozent der deutschen Straßen bereits Geschwindigkeitsbeschränkungen. "Dabei werfen sie jedoch Innerortsstraßen und Kreisstraßen in einen Topf mit den Autobahnen", meint DNR-Generalsekretär, Helmut Röscheisen. "Richtig ist, dass auf über der Hälfte aller Autobahnkilometer dauerhaft ohne Beschränkung gerast werden darf. Mit ihren Zahlenspielereien führen Gabriel und Tiefensee die Öffentlichkeit gezielt in die Irre."

Die Minister spielten zudem die Effekte eines Tempolimits für den Klimaschutz herunter. Dabei könnten mindestens 40 Millionen Tonnen CO2 bis 2020 eingespart werden, wenn ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer sofort eingeführt würde, so die Umweltschützer. Nach Auffassung von Zängl macht sich die Bundesregierung mit ihrem Eintreten für mehr Klimaschutz in Europa völlig unglaubwürdig, solange Deutschland als einziges Industrieland weltweit ein Tempolimit verweigere.

Der Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland, Michael Gehrmann, sieht bei einem Tempolimit die Chance, tödliche Unfälle zu vermeiden. Verkehrsminister Tiefensee habe zur derzeitigen internationalen UN-Woche der Verkehrssicherheit das raue Verkehrsklima auf Deutschlands Straßen thematisiert. "70 Prozent aller tödlichen Unfälle finden auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit statt", so Gehrmann. "Über die Hälfte davon aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Durch Tempo 120 könnte Tiefensee schnell und einfach die Zahl der Verkehrstoten deutlich reduzieren und Tausenden von Menschen Verletzungen ersparen."

Am 27. Apr. 2007 unter: nachrichten