Zementindustrie droht wegen Preisabsprachen Bußgeld in Milliardenhöhe

Kartellamt

Wegen unerlaubter Preisabsprachen droht der deutschen Zementindustrie nach den Worten von Kartellamtspräsident Ulf Böge ein Bußgeld in Milliardenhöhe. "Ich kann nicht ausschließen, dass das Bußgeld die Milliardengrenze überschreiten wird", sagte Böge am Sonntag im Südwestrundfunk zu den aufgedeckten Absprachen der Zementhersteller. Es sei bedauerlich, dass "die Unternehmenselite in dieser Republik nicht die Verantwortung in dem Sinne trägt, dass solche Kartellabsprachen von vornherein unterbleiben". Das Strafmaß werde sich bewusst im oberen Grenzbereich bewegen, "weil es sich um Unternehmen handelt, die nicht zum ersten Mal gegen das Kartellrecht verstoßen haben", erklärte der Kartellamtschef.

Er rechne damit, dass das Verfahren bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein werde, sagte Böge dem Sender. Das Bundeskartellamt arbeite sehr erfolgreich mit der sogenannten Bonusregelung. Demnach erhalten Unternehmen, die mit der Behörde zusammenarbeiten und bei der Aufdeckung von Preisabsprachen behilflich sind, eine deutliche Reduzierung des Bußgeldes.

Das Bundeskartellamt ermittelt nach eigenen Angaben bereits seit längerer Zeit gegen 30 Zementhersteller wegen des Verdachts, seit mehreren Jahren Zementpreise und -absatzmengen abgesprochen zu haben. Die Geschäftsräume der betroffenen Unternehmen, darunter die führenden deutschen Zementhersteller HeidelbergCement und Dyckerhoff, wurden bereits durchsucht.