Drogenlaboranten vor Gericht

Prozeßauftakt in Frankfurt (Oder)

Die mutmaßlichen Betreiber der beiden größten bisher in Deutschland entdeckten Drogenlabore müssen sich ab Mittwoch (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Sie sollen laut Anklage Rauschgiftküchen in Hoppegarten bei Berlin und Kevelaer in Nordrhein-Westfalen betrieben haben. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 54-jährigen Holländer sowie zwei Landsleuten und einem Deutsch-Niederländer die bandenmäßige Produktion und den Handel mit Rauschgift vor.

Bei Razzien im Jahr 2001 waren den Ermittlern zufolge insgesamt 75 000 bereits gepresste Ecstasy-Tabletten sowie Grundstoffe zur Produktion von 3,2 Millionen weiterer Tabletten beschlagnahmt worden. Die Labore hätten von ihrer Größe her innerhalb von vier Tagen den Grundstoff für 1,5 Millionen Tabletten synthetisieren können. Diese seien für den europäischen und amerikanischen Markt bestimmt gewesen. Bereits im März war ein 44-jähriger Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, fünf weitere Gehilfen erhielten Bewährungsstrafen. Im jetzigen Prozess stehen die mutmaßlichen Hintermänner vor Gericht. Im Falle einer Verurteilung müssen sie mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen. In dem Verfahren sind zunächst sieben Verhandlungstage bis 17. Oktober angesetzt.