Bundeswehr-Verband: Führungsrolle in Kabul erfordert andernorts Einsparungen

Bundeswehr in Afghanistan

Der Deutsche Bundeswehr-Verband fordert einen Ausgleich, sollte Deutschland die Führung der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) übernehmen. Verbandssprecher Jürgen Meinberg begründete am Mittwoch diese Haltung damit, dass die Bundeswehr bereits jetzt "über alle Maßen belastet" sei. Im F.A.Z.-Businessradio sagte Meinberg, man müsse dann schauen, "wo man etwas abbauen kann, zum Beispiel auf dem Balkan". Eine weitere Voraussetzung sei die schnelle Realisierung der Beschaffungsvorhaben. Nötig seien mehr gepanzerte Fahrzeuge, ein neuer Schützenpanzer und neue Transportkapazitäten wie der Airbus A400M und neue Hubschrauber.

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hatte den NATO-Amtskollegen in Warschau vorgeschlagen, gemeinsam mit den Niederlanden das ISAF-Kommando in Kabul zu übernehmen. Meinberg zufolge ist das deutsch-niederländische Korps auf eine Führungsrolle grundsätzlich vorbereitet. Es gebe auch keine Sprach- oder Verständigungsprobleme.