Autoindustrie stellt sich quer

Greenpeace führt Filter gegen Dieselruß vor

Krebs auslösender Dieselruß kann offenbar problemlos aus den Abgasen deutscher PKW gefiltert werden. Das führte Greenpeace am Donnerstag an einem gebrauchten Mercedes C 220 Diesel vor. In Stuttgart präsentierte die Umweltschutzorganisation die Wirkung einer nachträglich eingebauten Anlage, die nur noch ein Zehntausendstel der Partikel aus dem Auspuff lässt: Auf dem Filterpapier waren nur wenige Spuren zu sehen, das konventionelle Vergleichsfahrzeug hinterließ dagegen einen schwarzen Fleck. Mit dieser Demonstration wollte Greenpeace die Behauptung der deutschen Autohersteller widerlegen, eine Nachrüstung bereits ausgelieferter PKW sei nicht machbar. Die Industrie weigert sich noch, die verfügbare Technik in ihre neuen PKW einzubauen.

Der Einbau in deutsche PKW würde keine wesentlichen Mehrkosten verursachen, so die Umweltorganisation. Greenpeace beauftragte den Rheinisch-Westfälischen TueV (RWTUeV) in Essen , den Russfilter einzubauen. Offenbar waren keinerlei kostspielige Entwicklungen vonnöten und es wurden nur handelsübliche Teile verwendet.

Die deutsche Autoindustrie begründet ihre Weigerung, die Technik zu übernehmen, mit dem Hinweis auf angeblich bessere, aber erst zukünftig verfügbare Reinigungssysteme.

Deutsche Diesel-PKW stossen jedes Jahr fast 9000 Tonnen Russ aus. Er verursacht jährlich mehrere tausend Todesfälle durch Lungenkrebs, darüber hinaus Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Führende Experten, darunter der Sachverständigenrat der Bundesregierung, betrachten die Partikel im Dieselruß als das wichtigste Problem der Luftverschmutzung.