Protestzug: Kein Krieg gegen den Irak

Demonstration am 3.10.2002

Ein Zusammenschluss verschiedener Friedensinitiativen ruft für den 3. Oktober zu einer Demonstration gegen die US-Airbase in Frankfurt am Main auf. In der Begründung heißt es: „Die USA planen einen Krieg gegen den Irak. Mit fadenscheinigen Argumenten zimmert sich die US-Administration eine Legitimation für einen Angriff zurecht. Die Frage scheint nicht mehr ob, sondern wann der Krieg gestartet wird. Im letzten Golfkrieg 1991 durchlitten die Menschen 42 Tage und Nächte pausenlose Bombardements. Mindestens 150.000 Menschen starben unter den angeblich "sauberen, chirurgischen" Schlägen. In Folge der eingesetzten Uran-Munition stiegen Krebs- und Missbildungsraten rapide an. Das andauernde UN-Embargo hat bis heute mehr als 500.000 Kinder das Leben gekostet. Aus Protest gegen diese Sanktionen, die die irakische Bevölkerung leiden lassen, das Regime dagegen faktisch stabilisieren, sind nacheinander zwei UN-Koordinatoren für den Irak zurückgetreten.“

Die Organisatoren der Demonstration meinen, das Leiden der irakischen Bevölkerung müsse ein Ende haben. Es sei der Westen gewesen, der den irakischen Diktator bei seinem Angriffskrieg gegen den Iran hochgerüstet hat, auch als dieser Giftgas gegen Iraner und die eigene kurdische Bevölkerung eingesetzt hat. Dem jetzt von den USA beschlossenen Regimewechsel würden wieder tausende unschuldige Menschen zum Opferfallen, das Land werde weiter verwüstet. Ein politisches Nachkriegskonzept sei nicht vorhanden. Nicht nur der gesamten Golfregion drohe Destabilisierung, auch die weltpolitischen Konsequenzen der "Präventivkrieg"-Doktrin, die sich auch den Einsatz atomarer Waffen vorbehält, seien gar nicht absehbar. Das Recht des Stärkeren drohe das Völkerrecht zu verdrängen.

Die Veranstalter des Protests glauben, der angekündigte Krieg könne und müsse verhindert werden. In vielen Ländern der Welt formiere sich Widerstand gegen diesen Krieg. Den begrüßenswerten Aussagen unserer Politikerinnen, Deutschland werde sich an Militäraktionen gegen den Irak nicht beteiligen, müssten nun Taten folgen. Die Initiatoren der Demonstration fordern den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus der Golfregion und keine Nutzung der US-Militärbasen in Deutschland als Aufmarsch- und Nachschubstützpunkte! Insbesondere die US-Airbase am Frankfurter Flughafen sei ein wichtiger Ort für die Kriegsvorbereitungen auf deutschem Boden. Deshalb rufen sie zu einer friedlichen Protestaktion auf:

Am Donnerstag, 3. Oktober 2002, Treffpunkt 14 Uhr, Bahnhof Zeppelinheim, Protestzug zur US-Airbase

Die Aufrufenden sind: ATTAC Ffm, Frankfurter Schülerinnen Initiative für den Frieden, GEW Ffm, Initiative Ordensleute für den Frieden, IPPNW-Regionalgruppe Ffm, Jungdemokraten/Junge Linke Hessen, Linksruck Ffm, Pax Christi- Bistumsstelle Limburg, PDS Kreisverband Ffm, ["solid] Ffm, Einzelpersonen: Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt (Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main), Giuseppe Zambon, Sung Hyung Cho, Edeltraud Thielen (Ver.di), Marianne Müller (MLPD), Bruni Freyeisen (DKP-Kreis Ffm), Horst Schäfer, Claudia und Ralf Köster, Claudia und Michael Volpp, Barbara Lang, Katinka Pönsgen (IG-Metall Frankfurt)