Neben Sondermüll auch Atommüll auf Äckern verklappt?

Giftmüllskandal in Bayern

Die Aufarbeitung des Giftmüllskandals im bayerischen Neuendettelsau hat möglicherweise einen herben Rückschlag erlitten. Auf drei Äckern wurde am Freitag nach radioaktiven Stoffen gesucht, wie Projektmanager Wolf-Dieter Ueberrück am Freitag vor Ort bestätigte. Auf den Flächen war das Gift Tributylphosphat gefunden worden, das auch in kerntechnischen Verfahren verwendet wird. Nun soll herausgefunden werden, ob das Lösungsmittel aus der Atomindustrie stammt und möglicherweise Uran enthält.

Die strahlenmesstechnische Kontrolle geschehe weder "aus der Historie noch aus der Annahme heraus, dass radioaktive Substanzen ausgebracht wurden", betonte Ueberrück. Bereits Anfang August sei eine Untersuchung der Böden mit Geigerzählern negativ verlaufen. Als mögliche Quelle für das Tributylphosphat kämen auch Rückstände aus der Lackproduktion in Frage. "Der Stoff wird auch als Lösungsmittel und Weichmacher in der Farbenindustrie eingesetzt", sagte Ueberrück.

Ein 35-jähriger Bauer aus Neuendettelsau-Reuth sitzt seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, illegal mehrere tausend Tonnen giftiger Industriechemikalien zur Entsorgung in seiner Biogasanlage angenommen und einen großen Teil davon auf 17 Feldern verklappt zu haben.